Worte gegen das Vergessen, Klänge gegen das Verstummen
Musikalische Lesung am 23. Oktober in Wurzen erinnert an Widerstand, Exil und die Verantwortung der Gegenwart

Eine musikalische Lesung mit Caroline Lewkowitz und Adam Markowski findet am 23. Oktober im Ringelnatz-Geburtshaus in Wurzen statt.Foto: Erich-Zeigner-Haus
Wurzen. Was können Texte und Musik über eine Zeit erzählen, in der Widerstand lebensgefährlich war, Kunst verboten wurde und das Exil für viele Menschen die letzte Möglichkeit zum Überleben bedeutete? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine musikalische Lesung, zu der der Leipziger Erich-Zeigner-Haus-Verein am 23. Oktober ab 19 Uhr ins Ringelnatz-Geburtshaus nach Wurzen einlädt. Sie ist Teil der Veranstaltungsreihe „Stolpersteine verbinden – (Erinnerungs-)Kultur um den Gedenktag 9. November“.

Unter dem Titel „Worte gegen das Vergessen, Klänge gegen das Verstummen“ treffen Texte aus der Zeit des Nationalsozialismus, aus dem Exil und der Nachkriegszeit auf aktuelle Stimmen, die sich mit Krieg, gesellschaftlicher Verunsicherung und dem Erstarken rechter Positionen auseinandersetzen. Gelesen werden unter anderem Werke von Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky und Paul Celan, begleitet von assoziativer Musik.

Die Texte liest Caroline Lewkowitz vom Erich-Zeigner-Haus-Verein, musikalisch begleitet wird der Abend von Adam Markowski an der Violine. So entsteht ein Zusammenspiel aus Erinnerung, Widerstand und Gegenwart, das zum Nachdenken anregen soll.

Im Mittelpunkt steht die ­Frage, welche Bedeutung Erinnerung heute hat – und wie Kunst dazu beitragen kann, gesellschaftliche Entwicklungen sichtbar zu machen. Die Veranstaltung blickt zurück, ohne in der Vergangenheit zu verharren: Sie fragt, welche Verantwortung sich aus den Erfahrungen vergangener Generationen für heute ableiten lässt.

Der Eintritt ist frei.

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