Balance statt digitaler Überforderung
Neues Workshop-Projekt in Grimma hilft neurodivergenten Menschen und ihren Familien, Smartphone und Co. gesund zu nutzen

Grimma. Für autistische und ADHS-Betroffene kann der digitale Alltag zur Zerreißprobe werden: Reizüberflutung, manipulative Inhalte oder der Umgang mit KI stellen besondere Herausforderungen dar. Ein neues Projekt setzt hier an – allerdings nicht mit Verboten, sondern mit einem positiven Blick auf die Chancen digitaler Medien.

Die Fernseh Akademie Mitteldeutschland und der Verein Autismus und AD(H)S im Landkreis Leipzig starten dazu eine achtteilige Workshopreihe unter Leitung von Benedict Mühln. Im Mittelpunkt steht der sogenannte Empowerment-Ansatz: Digitale Tools werden als wertvolle Hilfe zur Alltagsstrukturierung und emotionalen Regulation verstanden. Gleichzeitig lernen die Teilnehmenden, eigene Belastungsgrenzen frühzeitig zu erkennen.

Damit beide Zielgruppen optimal profitieren, finden die Workshops getrennt statt: Erwachsene aus dem Spektrum arbeiten an eigenen Coping-Strategien, Angehörige lernen, wie sie neurodivergente Familienmitglieder begleiten und Konflikte um die Mediennutzung entschärfen können. So entsteht ein geschützter Rahmen für Austausch.

Alle erarbeiteten „Neuro-Hacks“ fließen am Ende in ein gedrucktes „Neuro-Zine“ – ein bewusst reizarmes Magazin, das die Teilnehmenden selbst gestalten, unterstützt durch stressfreies Micro-Tasking. Es soll später als Aufklärungsmaterial dienen .

Das von der Sächsischen Landesmedienanstalt geförderte Projekt läuft von November 2026 bis Juni 2027 in der Lebenshilfe Grimma. Pro Gruppe stehen zehn Plätze zur Verfügung. Anmeldung unter: neurodiv-sn.de/angebote-vortrag

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