Wurzen zeigt Filme über jüdisches Leben
Im August laden die Open-Air-Filmtage bei Tacheles zu vier besonderen Abenden ein

Die Komödie „Alles auf Zucker“ mit Henry Hübchen wird am 29. August im Garten des Ringelnatz-Geburtshauses in Wurzen gezeigt.Foto: X Verleih
Wurzen. Wenn die Sonne untergeht und der Abend warm bleibt, verwandeln sich Gärten und Plätze in Wurzen in ein kleines Freiluftkino. Im August zeigt das Netzwerk für Demokratische Kultur gemeinsam mit kulturellen Partnern aus der Stadt vier Filme, die auf berührende, humorvolle und manchmal nachdenklich stimmende Weise jüdisches Leben, Geschichte und Identität ins Bild setzen. Die Filmtage sind Teil des Jahres der jüdischen Kultur in Wurzen – einem Programm, das die Stadt über das gesamte Jahr begleitet.

Den Auftakt macht am Freitag, 21. August, der Dokumentarfilm „L’Chaim“ (Deutschland 2014). Mit 63 Jahren zieht der charismatische Chaim Lubelski zu seiner kranken Mutter nach Antwerpen – einer Holocaustüberlebenden. Ihr gemeinsamer Alltag ist geprägt von Zärtlichkeit, liebevollen Sticheleien und viel Humor. Ein Film, der seinen Titel ernst nimmt: L’Chaim bedeutet auf das Leben. Gezeigt wird er im Vorgarten des D5 am Domplatz 5. Am Samstag, 22. August, folgt mit „The Bubble“ (Israel 2006) ein Film, der unter die Haut geht. In Tel Aviv versuchen vier junge Menschen, ihr Leben zu genießen – Partys, Liebe, Freiheit. Doch als sich der Reservesoldat Noam in den Palästinenser Ashraf verliebt, holt die politische Realität die kleine Wohngemeinschaft ein. Regisseur Eytan Fox erzählt direkt und furchtlos vom Miteinander im Gegeneinander. Auch dieser Abend findet im Vorgarten des D5 statt.

Freitag, 28. August, gehört Rabbi William Wolff. Der gleichnamige Dokumentarfilm (Deutschland 2016) porträtiert einen Mann, der kaum in eine Schublade passt: in Berlin geboren, mit britischem Pass, pendelt er wöchentlich von London nach Norddeutschland, um jüdische Gemeinden in Schwerin und Rostock zu betreuen – und nutzt die Zwischenstopps für Fastenkuren und Pferderennen. Ein bewegendes, zugleich heiteres Porträt. Dieser Abend findet an den Treppen in der Wenceclaigasse statt – Sitzkissen bitte mitbringen.

Den Abschluss bildet am Samstag, 29. August, die Komödie „Alles auf Zucker“ mit Henry Hübchen in einer Paraderolle. Zocker Jaeckie Zucker steckt tief in der Klemme – und seine einzige Rettung ist das Erbe seiner Mutter. Das Problem: Er muss sich dafür mit seinem Bruder Samuel, einem orthodoxen Juden, versöhnen. Was folgt, ist ein turbulentes Aufeinandertreffen zweier Welten mit viel Witz und Wärme. Gespielt wird der Film im Garten des Ringelnatz-Geburtshauses.

Der Eintritt kostet drei Euro. Getränke gibt es vor Ort. Los geht es jeweils um 20.30 Uhr. Sollte der Regen dazwischenkommen, weichen die Veranstaltungen ins Kultur- und Bürger:innenzentrum D5 aus. Infos: www.ringelnatz-verein.de/tacheles2026

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