Mühlteich in Fremdiswaldewird naturnah umgestaltet
Die Launzige bekommt wieder mehr Raum für ihre natürliche Entwicklung

Die Launzige in Fremdiswalde wird naturnah umgestaltet.Foto. Stadt Grimma
Fremdiswalde. Die Launzige im Grimmaer Ortsteil Fremdiswalde wird umfassend ökologisch umgestaltet. Der Stadtrat Grimma befürwortete im Mai die Umgestaltung und fasste den Baubeschluss. Rund 690 000 Euro fließen in das Vorhaben. Etwa 600 000 Euro stammen aus dem Förderprogramm „Richtlinie Gewässer/Hochwasserschutz 2024“ des Freistaates Sachsen. Die Stadt Grimma trägt Eigenmittel in Höhe von rund 90 000 Euro.

Der rund 165 Meter lange Bauabschnitt beginnt vor dem Mühlteich und reicht bis etwa 50 Meter unterhalb des Straßendurchlasses. Derzeit beeinträchtigt eine Barriere im Bachbett die Durchgängigkeit der Launzige. Fische und andere Wasserlebewesen können den Abschnitt nicht ungehindert passieren. Zudem schränken befestigte Ufer den natürlichen Verlauf des Gewässers ein. Der bestehende Straßendurchlass ist zu eng. Bei Starkregen kommt es deshalb zu Rückstau und Überschwemmungen.

Um die europäische Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen, wird die alte Stauanlage komplett zurückgebaut und das Gewässerprofil naturnah modelliert. Die Teichsohle wird mit Bodenmaterial und Wasserbausteinen aufgefüllt und die befestigten Uferbereiche werden entfernt. Dadurch erhält die Launzige wieder mehr Raum für ihre natürliche Entwicklung. Die neu gewonnene Fläche wird künftig als Wiese gepflegt. Ein neuer, deutlich breiterer Straßendurchlass sorgt zudem für eine ökologisch durchgängige Gewässersohle und optimiert den Hochwasserabfluss maßgeblich.

Mit der Umgestaltung erhält die Launzige neue Strukturen, die Fischen, Insekten und Pflanzen Lebensraum bieten. Der naturnahe Verlauf ermöglicht Wasserlebewesen künftig wieder eine ungehinderte Wanderung. Begonnen wird im Sommer dieses Jahres. Die Maßnahme soll 2027 abgeschlossen sein. Gleichzeitig wertet die Maßnahme den Naturraum für die Anwohner auf und verbessert den Schutz vor Über- schwemmungen bei starken Niederschlägen. Die Landesdirektion Sachsen (LDS) bewilligte Fördermittel im Dezember 2025. „Ziel ist es, das Gewässer naturnah zu gestalten und gleichzeitig den Hochwasserschutz zu verbessern“, betonte Béla Bélafi, Präsident der Landesdirektion Sachsen. „Ich freue mich, dass diese schon lange geplante und – vor allem auch für Fremdiswalde – sehr umfangreiche Maßnahme nun endlich umgesetzt werden kann“, erklärte Oberbürgermeister Tino Kießig. „Mit den Fördermitteln des Freistaates beleben wir die Launzige. Das Geld fließt direkt in den Natur- und Hochwasserschutz“, ergänzt Bélafi. „Der Freistaat und die Kommunen arbeiten bei der Pflege der Gewässer und dem Hochwasserschutz Hand in Hand zusammen. Davon profitieren die Bürger und die Natur gleichermaßen“, so der LDS-Präsident.

Schon 2015 starteten die Planungen zur Verbesserung des ökologischen Zustands des Mühlteichs in Fremdiswalde. Die angedachte Entschlammung stellte sich als finanzielles Mammutprogramm heraus. Eine 75-prozentige Förderung wurde der Stadt Grimma für das Vorhaben in Aussicht gestellt. Die Kosten des verworfenen Vorhabens beliefen sich auf knapp eine Million Euro.

Es fiel die Entscheidung, kosteneffizienter zu handeln und die Planung anzupassen. Die überarbeitete Gestaltung sah vor, die Launzige im Bereich des Mühleiches in einen naturnahen Zustand zu versetzen, um somit das ökologische Potenzial zu verbessern.

Das Teichensemble wird es zukünftig nicht mehr geben, stattdessen soll der Bach Launzige kurvenreich im Bereich des Mühlteichs fließen. Die entstehende Grünfläche soll als Retentionsfläche dienen. Die Idee wurde im Beirat für Umwelt, Ordnung und Verkehr, im Ortschaftsrat Nerchau sowie den Vertretern aus Fremdiswalde mitgetragen.

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