Viele starke Schultern
Beim Klaus-Weber-Gedenkturnier in Bad Lausick zeigen 15 Athleten, was Bankdrücken wirklich bedeutet – ein Gast aus Hausdorf räumt ab

Das KSV-Bankdrückturnier fand Anfang Juli erneut unter freiem Himmel statt.Foto: Thomas Ludwig
Bad Lausick. Die Hantelbank steht unter freiem Himmel, der Grillduft zieht durch den Vereinsgarten, und irgendwo lachen Kinder. Beim Kraftsportverein (KSV) Bad Lausick ist wieder Turniertag. Anfang Juli trug der KSV zum 16. Mal das Klaus-Weber-Gedenkturnier aus – und auch diese Auflage wurde zu weit mehr als einem reinen Wettkampf.

Pünktlich um 11 Uhr begann das Programm mit der Waage. Körpergewicht zählt hier, denn die Platzierungen werden nach sogenannten Relativpunkten vergeben – wer gemessen an seinem Gewicht am meisten drückt, gewinnt. Gedrückt wurde wie immer „Raw“: kein Hemd, kein Anzug, keine Hilfsmittel. Nur Kraft, Technik und Nerven. Insgesamt 14 Vereinsathleten sowie Gaststarter Ralf Daubner vom Hausdorfer Sportverein gingen an den Start.

Für besondere Momente sorgten gleich mehrere Athleten. Elias Teresniak etwa steigerte sich Versuch für Versuch und krönte seinen Wettkampf mit einer neuen Bestleistung von 110 Kilogramm. Auch Alexander Kühne setzte ein Ausrufezeichen: Seine 82,5 Kilogramm im dritten Versuch waren hart erkämpft und ein sichtbares Zeichen seiner Entwicklung in den vergangenen Monaten. Sven Kühne drückte 152,5 Kilogramm sauber durch, erzielte 99,22 Relativpunkte und sicherte sich damit Platz drei – knapp unter der symbolischen Hundert-Punkte-Marke.

Richtig schwer wurde es dann mit Helge Frauendorf. Der KSV-Athlet steigerte sich von 170 über 180 auf 185 Kilogramm, sammelte 106,46 Punkte und bewies einmal mehr, dass er der stärkste Bankdrücker im Verein ist – Platz zwei. Doch den Turniersieg holte sich der Gast: Ralf Daubner vom Hausdorfer Sportverein drückte im dritten Versuch 190 Kilogramm und wagte sich im optionalen vierten Anlauf sogar an 197,5 Kilogramm – ein Versuch, der hauchdünn scheiterte, die Zuschauer aber von den Stühlen riss. Mit 110,89 Punkten gewann er verdient.

Nach dem letzten Versuch wich das Eisen dem Eisgekühlten. Fleisch von der Fleischerei Lindner brutzelte auf dem Grill, die Gespräche wurden länger, die Stimmung besser. Genau das macht dieses Turnier seit 16 Jahren aus: die gemeinsame Freude an einer Sportart, die wenig Tamtam braucht – nur eine Bank, eine Stange und den Willen, sie hochzudrücken.

und Thomas Ludwig

Der nächste Termin steht bereits fest: Am 29. August startet die Sachsenliga im Mannschaftsbankdrücken – der KSV will auch dort angreifen.

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