„Hava Nagila – Jüdische Lieder zu jüdischen Feiertagen “

roßwein. Am 9. November lädt die Kooperation Stolpersteine wie jedes Jahr zu einer Mahn- und Erinnerungsveranstaltung zum jüdischen Leben in Roßwein ein. Wie auch in den vergangenen Jahren wird es an diesem Abend zwei Veranstaltungsteile geben. Das Organisationsteam aus der Kirchgemeinde Roßwein, der Stadtverwaltung und des Döbelner Treibhaus e.V. laden die Roßweiner und Roßweinerinnen dazu ein, sich 18 Uhr in der Mühlstraße 18 um die Stolpersteine der Familie Goldmann zu versammeln und deren Leben in Roßwein zu gedenken.

Es werden an dieser Stelle die von der AG Geschichte des Treibhaus e.V. recherchierten Biografien der Familienmitglieder verlesen. Der Bürgermeister Hubert Paßehr wird den ersten Teil der Veranstaltung eröffnen, Pfarrer Heiko Jadatz spricht Worte des Gedenkens und der Posaunenchor umrahmt die Mahnwache musikalisch. Im zweiten Veranstaltungsteil werden alle Interessierten um 19 Uhr wieder in die Roßweiner Winterkirche am Kirchplatz eingeladen. Der 9. November ist ein besonderer Tag des Erinnerns. Wir erinnern an die Novemberpogrome von 1938, an die Zerstörung von Synagogen, an die Verfolgung und Erniedrigung jüdischer Menschen und an all jene, deren Leben durch den Nationalsozialismus zerstört wurde. Erinnerung bedeutet für uns aber auch, sich den Menschen zuzuwenden und sich bewusst zu machen, was verfolgt und vernichtet werden sollte: jüdisches Leben mit seiner jahrhundertealten Kultur, seinen Traditionen, seiner Religion, seiner Musik und seinen Festen. Deshalb möchten wir an diesem Abend nicht nur zurückblicken, sondern auch etwas von der Vielfalt und Lebendigkeit jüdischer Kultur zeigen.

Olga Vasileva und Mikhail Gantman widmen sich in ihrem Programm den Feiertagen im jüdischen Jahreskalender und entdeckten bei ihren Recherchen auch Verbindungen zu deutschen Feiertagen. Der Veranstaltungstitel „Hava Nagila“ stammt aus einem der wohl bekanntesten jüdischen Lieder und bedeutet sinngemäß „Lasst uns fröhlich sein“ oder „Lasst uns feiern“. Es trägt den Gedanken in sich, dass ein Mensch Gott nur aus Freude und einem glücklichen Herzen dienen kann. Olga und Mikhail möchten an diesem Abend Lieder mit uns teilen, die Menschen glücklich und fröhlich machen, auch und besonders wenn äußere Umstände schwierig erscheinen.

Gerade an einem Tag, der uns an eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte erinnert, möchten wir nicht nur über Hass, Verfolgung und Zerstörung sprechen. Wir möchten auch an das Leben erinnern, das hinter den historischen Zahlen und Ereignissen stand – an Menschen, Familien und Gemeinden, an ihre Traditionen und Feste, ihre Lieder, ihre Hoffnungen und ihre Freude. Mit ihrem Programm „Hava Nagila“ machen Olga und Mikhail jüdisches Leben sichtbar und hörbar.

Im Anschluss an das Programm können die Gäste bei einer Kostprobe von selbst gemachtem Hummus, frischem Brot und Getränken gemeinsam ins Gespräch kommen und den Abend ausklingen lassen.

Mit der Veranstaltung in der Winterkirche beteiligen wir uns am Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen. Das Jahr 2026 erinnert an die Gründung des ersten Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Sachsen vor 100 Jahren. Unter dem Titel Tacheles 2026 finden landesweit Projekte, Veranstaltungen und Ausstellungen statt, die die reichhaltige jüdische Geschichte, Kultur und das jüdische Leben in Sachsen zeigen.und Kirchgemeinde Roßweinund , Stadtverwaltung und Döbelner Treibhaus

Weitere Informationen: www.tacheles.sachsen.de

Druckansicht