Ein Grund dafür ist der Bau eines neuen Betriebshofes in Hartmannsdorf. Vor ein paar Tagen gab es dort den ersten Spatenstich. „Da wir demnächst elektrische Busse anschaffen müssen, wollten wir mit dem Testbetrieb über insgesamt zwei Wochen schauen, ob es das ist, was uns weiterhilft“, sagte Stefan Löwe, Geschäftsführer von Regiobus. Der Bus, der momentan getestet wird, sei ein typischer Stadtbus, wie er später auch in Döbeln zum Einsatz kommen kann. Im Stadtverkehr fährt ein Bus im Schnitt um die 230 Kilometer am Tag. Der E-Bus hat eine Reichweite von ungefähr 350 Kilometern. Die ersten Tage liefen laut Löwe gut. Die Fahrer wurden eingewiesen, wie es funktioniert. Auf die Reaktionen der Fahrgäste angesprochen, sagte Löwe scherzhaft: „Wie immer im ÖPNV: Nicht gemeckert ist genug gelobt“, bevor er aber noch ergänzte, dass alles gut läuft.
Ein weiterer Grund, warum der Test in Döbeln durchgeführt wird, ist zudem, dass Döbeln ein Standort ist, wo es schon eine Ladestruktur gibt, wenn diese auch nicht für 60 Busse ausgelegt ist.
Dass ein Betriebshof für elektrische Busse in Hartmannsdorf entsteht, sei für den ländlichen Raum ziemlich einmalig, so Löwe. „Wir als regionales Unternehmen haben da schon ein Leuchtturmprojekt“, sagte er weiter. Hartmannsdorf ist der älteste Bestandshof von Regiobus und entspricht deshalb nicht mehr ganz den technischen Anforderungen.
Deshalb ist eine Erneuerung auch nötig. Das Glück dort ist jedoch, dass es eine passende Strominfrastruktur gibt, um künftig 48 Elektrobusse laden zu können. „Deswegen haben wir gesagt, fangen wir da an“, ergänzte der Geschäftsführer. Fertig werden soll der neue Betriebshof im ersten Quartal 2028 – abhängig davon, wie das Winterwetter wird.
Für den Hof in Hartmannsdorf bräuchte es einen Stromanschluss von 3,2 Megawatt. In Döbeln wären es um die sechs Megawatt. „Das ist dann schon eine mittlere Herausforderung, denn der Strom kommt nicht so aus der Steckdose, schon gar nicht so viel“, so Löwe. Deshalb muss sich Regiobus zu dem Thema mit dem Netzbetreiber eng abstimmen.
Die Umstellung auf E-Busse muss in den nächsten Jahren ohnehin passieren, denn ab 2030 werden die Hersteller vorau ssichtlich keine Dieselbusse mehr produzieren. „Wir wussten immer, dass die Stadtbusse ab 2030 elektrisch werden. Aber, dass es vielleicht auch die Regionalbusse werden, erzeugt einen gewissen Zugzwang“, so Löwe. Denn bei den Überland-Verbindungen spiele die Reichweite momentan noch eine Rolle. Eine typische Linie fährt bis zu 450 Kilometer an einem Tag. Die Reichweite würde momentan noch nicht erreicht werden. „Aber drei bis vier Jahre sind noch ein bisschen Zeit und die Batterien entwickeln sich rasant“, sagte Löwe.und Lea Heilmann