Der Wind streicht über das Wasser, Salz liegt in der Luft. Durch das Panoramafenster der Holzsauna fällt der Blick aufs Meer. Drinnen umhüllt die Wärme, draußen wartet das kalte Wasser. Für einen Moment scheint es, als würde der Alltag hinaus auf den Ozean gespült.
Dieses sogenannte Wikingerbad ist längst nicht mehr rein nordische Tradition. Das Wechselspiel aus heißer Sauna und kaltem Meer hat sich rund um den Globus zu einem Trend entwickelt.
Das Besondere: Die meist mobilen Strandsaunen gehören nicht zu einem abgeschirmten Schwimmbad, Hotel oder Wellnessstudio. Sie stehen direkt am Wasser, in unmittelbarer Verbindung zur Natur. Und: Geschwitzt wird weltweit.
Anna und Carl Isaksson fuhren die gesamte nordirische Küste ab, bevor sie sich auf einen Ort festlegten. Das Paar betreibt seit 2021 eine mobile Sauna unter dem Namen Hotbox ganz im Norden der irischen Insel.
Benone Beach ist ein kilometerlanger Sandstrand vor einer beeindruckenden Kulisse aus Felsklippen, von denen ein Wasserfall in die Tiefe stürzt. Ein zweiter Standort kam später am Hafen des kleinen Orts Groomsport, östlich der nordirischen Hauptstadt Belfast, hinzu.
Schon der Weg zur Strandsauna fühlt sich auf der Nordseeinsel Sylt wie ein kleines Ritual an: Durch die malerischen Dünen geht es dem Meer entgegen, während vom Strand her der Wind herüberweht und die Brandung rauscht. Als „Wellness auf die friesische Art“ bezeichnet Jutta Vielberg vom touristischen Marketing der Insel das Schwitzen mit Blick auf die raue Nordsee.
Besonders unmittelbar lässt sich dieses Wechselspiel zwischen heiß und kalt in der Strandsauna Samoa erleben. Drinnen sammelt sich die Wärme, draußen warten die eisigen Wellen. Ergänzt wird das Saunaerlebnis durch eine Dampfkabine, ebenfalls mit Panoramablick auf die Dünen und Wogen der Nordsee.
Auf Waiheke Island nicht weit von Auckland fährt die Ökôsauna überall dorthin, wo andere Urlaub machen: Die mobile, holzbefeuerte Sauna macht regelmäßig an verschiedenen Traumstränden der Insel Halt. Nach der Hitze in der Hütte mit Panoramafenster geht es direkt ins Meer - ein Wechselbad aus Glut und Gischt, umgeben von Buchten, Weinbergen und dem Pazifik. Hinter dem Konzept steht die Meereswissenschaftlerin Olive Andrews, die ihre Erfindung nicht nur als Wellness, sondern auch als Naturerlebnis samt digitalem Detox versteht: Handy aus, Hitze an, dann hinein ins kalte Wasser.
Wenn es um Saunen geht, darf Finnland nicht fehlen: Angeblich gibt es in dem nordischen Land mehr Saunen als Autos. Schätzungen zufolge sind es um die drei Millionen! Die Sauna-Tradition hat die Finnen kreativ gemacht. Längst gibt es nicht nur stinknormale Saunen, sondern eine Sauna in einer Gondel in Lappland, in einem Whiskey-Fass, in verträumten Gärten, unter der Erde oder in einem Baumhaus. Auch mobile Saunen gibt es natürlich - nicht nur an Land, sondern auch auf dem Wasser. Im Schärengarten der finnischen Hauptstadt bietet die Firma Helsinki Boats Schwitzen auf Flößen an. Die Pontons mit holzbefeuerten Saunen können auf dem Wasser treiben und direkt vor Stränden oder abgelegenen Inseln ankern. und dpa