Möbelparadies im Riesapark schließt
Unternehmen war über Jahrzehnte eine feste Anlaufstelle im Center – Total-Räumungsausverkauf bis Ende Dezember

Das Rieser Möbel- und Küchenparadies macht nach fast dreieinhalb Jahrzehnten zu. Die Geschäftsführer Karl-Heinz Haferkorn (v.l.) und Holger Roßberg wollen sich zur Ruhe setzen.Foto: SZ/Eric Weser
Riesa. Das Riesaer Möbel- und Küchenparadies im Riesapark schließt. Der Entschluss „erfolgt aus Alters- und Nachfolgegründen“, so die beiden Inhaber und Geschäftsführer Karl-Heinz Haferkorn und Holger Roßberg, die gleichzeitig zum Total-Räumungsverkauf einladen.

Eigentlich hatten die beiden Inhaber schon Ende 2024 mit dem Ablauf des damaligen Mietvertrags aufhören und ihr Riesaer Geschäft in neue Hände übergeben wollen. Interessenten habe es gegeben, sagen beide, und berichten von vielversprechenden Gesprächen mit Branchenkollegen.

Das Problem: Zur damaligen Zeit habe der Riesapark keine langfristigen Mietverträge abschließen wollen, sondern nur solche mit anderthalb Jahren Dauer. Hintergrund sei die damals laufende Suche nach einem Ersatz für Real gewesen. Der Ankermieter im Center hatte im Frühjahr 2024 insolvenzbedingt zugemacht. Die Aussicht auf kurzfristige Mietverträge sei potenziellen Übernehmern aber zu riskant gewesen, so die Möbelhaus-Inhaber, die noch zweimal ihren Vertrag verlängerten.

Karl-Heinz Haferkorn und Holger Roßberg jedoch möchten jetzt aufhören. Beide verweisen auf ihre bevorstehenden 70. Geburtstage, an denen andere bereits im Ruhestand sind. Es reiche jetzt, sind sich beide einig. Das Möbelparadies ist das letzte Haus, das sie nach rund 35 Jahren in der Möbelhandelsbranche abgeben. Aus der kommen sie ursprünglich nicht: Studiert haben beide Maschinenbau, erzählen sie. In die Möbelbranche stiegen die Männer, die beide aus dem Sächsischen stammen, erst nach der Wende ein. Die damals unter anderem in Belgern und Wurzen aktiven Geschäftsleute lernten einander aber nicht daheim in Deutschland, sondern in Singapur kennen – auf einer Reise des damals noch existierenden Möbeleinkaufsverbands Regent. Als das Riesaer Möbelparadies, das als Teil der einstigen Intecta-Gruppe zum Verband gehörte, Anfang der 2000er-Jahre in die Insolvenz rutschte, übernahm das Duo dessen Geschicke

Im Möbelparadies, das mit 6000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und noch einmal gut 1500 Quadratmetern Lager zu den größten Geschäften im Center gehört, geht jetzt der Ausverkauf los. Alles muss raus. Bis Ende Dezember haben die Ausstellungsräume noch geöffnet. Das Lager, so hoffen die Geschäftspartner, kann hoffentlich noch eine Weile länger genutzt werden, um von dort noch Möbelbestellungen an die Kundschaft abwickeln zu können.

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