Harthas Froschbrunnen muss saniert werden
Am Marktbrunnen läuft kein Wasser mehr. Über die Jahrzehnte hinweg griff das kalkhaltige Wasser die Zuleitungen an.

Hartha. Nach dem Leisniger Wasserspielplatz auf dem Markt hat es nun auch den Froschbrunnen auf dem Harthaer Marktplatz erwischt: Aus technischen Gründen musste jetzt das Wasser abgestellt werden. Die Frösche sitzen auf dem Trockenen.

„Wir mussten uns dazu entschließen, den Brunnen erst einmal still zu legen“, so Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos). Damit wird es erst einmal still um ein Wahrzeichen der Stadt, welches sich sogar im Stadtnamen „Frosch-Harthe“ niederschlägt.

Nicht zufällig ist der Stadtname aus historischer Vorzeit mit diesen Tieren verbunden. Einst war die Stadt umgeben von Teichen und teils Sumpflandschaft. Frösche fanden dort einen vielfältigen Lebensraum vor und erfüllten demnach mit ihrem lauten Quaken die Tage und Nächte der Bewohner.

In dem Marktbrunnen hat die Stadtgeschichte ihre sichtbare Manifestation bekommen. Eingeweiht wurde dieser im Mai 1996 mit einem großen Fest, welches fortan jährlich mit großer Beteiligung der Bürger gefeiert wird.

Für den Bau des Brunnens und die künstlerische Umsetzung konnte die Stadt den Dresdener Bildhauer Vinzenz Wanitschke gewinnen. Ein Entwurf dafür existierte bereits im Jahr 1929. Vor 30 Jahren konnte das Vorhaben dann endlich verwirklicht werden. Wanitschke ist 2012 verstorben.

Seine illustren Froschskulpturen tummeln sich um eine einsame Prinzessinnenkrone sowie eine liegengelassene goldene Kugel, umgeben von einem Sockel aus rotem Rochlitzer Porphyr - ebenfalls eine Reminiszenz an den Standort des Brunnens mitten in Sachsen. Eine Anlehnung an das Märchen vom Froschkönig ist in der Darstellung unverkennbar.

Für die Finanzierung des Brunnenbaus hatten die Harthaer Bürger vor 30 Jahren Spenden gesammelt, mit denen die Anlage vollständig finanziert werden konnte. Nun muss der markante Brunnen dringend einer Reparatur unterzogen werden. Die vergangenen Jahre haben trotz Pflege ihre Spuren an der gesamten Anlagen mit ihren Leitungen für Wasser und auch Strom hinterlassen. „Wir kommen leider nicht umhin, alles zu kontrollieren, zu reparieren beziehungsweise auszutauschen. Es wird eine Sanierung“, so Kunze. An einer Reparaturlösung werde gearbeitet. Kosten von 140.000 Euro für die Sanierung stünden in etwa im Raum. Das werde wahrscheinlich nicht einmal reichen. In die Überlegungen fließe ein, unter anderem Sitzgelegenheiten neu zu schaffen. Zudem seien einige der umgebenden Stufen defekt, müssten ersetzt oder zumindest repariert werden. Gespeist wird der Marktbrunnen aus dem Trinkwassernetz. Das kalkhaltige Wasser der Umgebung machte über die Jahrzehnte hinweg den Wasserleitungen zu schaffen.Wie es in der Nachbarstadt Leisnig war, sei es jetzt auch in Hartha eine Frage des Geldes, unter welchen Umständen und wann das Sanierungsprojekt des Marktbrunnens umgesetzt werden kann. „Ich bin schon länger auf der Suche nach einer geeigneten Quelle für eine finanzielle Förderung“, so Kunze. Er möchte versuchen, aus dem Programm zur Förderung vitaler Dorfkerne Mittel für das Vorhaben zu akquirieren.
Druckansicht