Döbeln.
Matthias und Eva Schnek blicken nun doch wieder mit Zuversicht auf ihre Forellenzuchtanlagen in Limmritz und im Töpelwinkel an der Zschopau. Nach dem Totalverlust aller Forellen durch die extreme Sommerhitze am letzten Juni-Wochenende kann der kleine Forellenzuchtbetrieb jetzt wieder planen. „Das haben wir den unzähligen tollen Menschen zu verdanken, die unseren Neustart mit ihrer Spende möglich gemacht haben”, sagt Matthias Schnek gerührt.
Am 7. Juli hatten die Döbelner Allgemeine Zeitung und dnn.de vom Schicksal der Forellenzüchter und ihres kleinen Betriebes berichtet.Da war Matthias Schnek noch mit dem Aufräumen beschäftigt. Das extrem heiße letzte Juni-Wochenende hatte die Wasser-Temperaturen der Zschopau auf über 28 Grad ansteigen lassen. Tausende größere und kleinere Forellen gingen zugrunde.Für den Forellenzuchtbetrieb bedeutete das einen wirtschaftlichen Totalschaden. In Limmritz hatten die Schneks etwa 2,7 Tonnen kleinere Forellen im Aufzuchtgewässer. Diese sollten bis zur Hauptsaison im Oktober bis März zu sieben Tonnen Speisefisch heranwachsen. Im Töpelwinkel schwammen etwa zwei Tonnen verkaufsbereite Forellen. Die waren für den Verkauf an Gastronomie und Handel sowie für die Grills vieler Fischliebhaber im Sommer gedacht. 15 000 bis 20 000 Forellen zieht der kleine Betrieb im Jahr auf. Etwa neun Tonnen speisefertiger Fisch wachsen daraus und werden an Gaststätten, Handel und Kunden vor Ort verkauft. Der Umsatz aus diesen neun Tonnen Speisefisch fällt nun aus. Das sind mehr als 100.000 Euro Verlust für das Familienunternehmen. Mit dem frisch gedruckten Zeitungsbeitrag der Döbelner Allgemeinen Zeitung als Foto im Hintergrund startete Matthias Schnek noch an jenem Dienstag einen Spendenaufruf auf der Spendenplattform GoFundMe.Der ging innerhalb weniger Tage durch die Decke. Andere Zeitungen und Medien wie der MDR berichteten in den folgenden Tagen darüber und sorgten für zusätzliche Reichweite. So haben bis zum Mittwoch (29. Juli) 547 Menschen jeweils Beträge zwischen fünf und 500 Euro gespendet. Die Spendensumme kletterte mittlerweile auf 33.173 Euro.
Für Eva und Matthias Schnek rückt damit ein Neustart der Forellenzucht in greifbare Nähe. Losgehen soll es aber erst im September, wenn die Temperaturen in der Zschopau wieder auf unter 20 Grad gesunken sind. Matthias Schnek will versuchen, seine Forellenproduktion an die sich verändernden Klima-Bedingungen anzupassen. Denn Temperaturen über 25 Grad in der Zschopau, die seine Fischzuchtgewässer speist, kommen wahrscheinlich künftig in jedem Sommer vor. Auch Spitzen mit bis zu 28 Grad Wassertemperatur kann es durchaus künftig regelmäßig geben.
Matthias Schnek wird deshalb versuchen, in heißen Sommermonaten nur noch wenige Forellen im Bestand zu haben und dafür ein paar mehr weniger hitzeanfällige Karpfen zu halten. Stattdessen will er im September mit etwas größeren Forellen starten, die er bis zur Hauptsaison (Oktober bis März) zum Verkaufsgewicht heranzieht. Auf alle Fälle wollen Eva und Matthias Schnek am ersten Oktoberwochenende wieder das traditionelle Limmritzer Fischerfest veranstalten. Denn das Fest hat für den Betrieb eine wirtschaftliche Bedeutung. Dass die Schneks nun wieder damit planen können, liegt an den vielen Spendern. „Dafür sind wir allen unendlich dankbar“, sagen die Beiden. und Thomas Sparre
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