Was Azubis jetzt wissen sollten
Welche Versicherungen sind für Azubis wirklich wichtig und wann lohnt sich ein Abschluss?

Berlin/Heilbronn. Geld anlegen? Versicherungen abschließen? Klingt kompliziert. Mit dem Start ins neue Ausbildungsjahr wird für viele junge Menschen der Weg ins Erwachsenenleben geebnet. Worauf jetzt zu achten ist, erklären die Interessenvereinigung Geld und Verbraucher (GVI) und die Verbraucherzentrale.

Das Wichtigste vorweg: Bei Ausbildungsbeginn oder zum ersten Job sollten existenzbedrohende Risiken versichert werden. „An einer Krankenversicherung, einer Berufsunfähigkeitsversicherung und einer Privathaftpflichtversicherung führt aus unserer Sicht kein Weg vorbei“, so die Verbraucherzen­trale.

Auszubildende sind laut Gesetz versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung. Wer ins Ausland reist (egal ob privat oder beruflich), dem empfiehlt die Verbraucherzentrale außerdem eine Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen.

Eine private Haftpflichtversicherung übernimmt berechtigte Schadenersatzansprüche, die entstehen, wenn anderen Personen unbeabsichtigt ein Schaden zugefügt wird.

Ein Beispiel: Man fährt mit dem Fahrrad und übersieht eine rote Ampel. Dabei stößt man mit einer Fußgängerin zusammen. Sie verletzt sich schwer und kann mehrere Monate nicht arbeiten. Die Ansprüche der Geschädigten können in die Hunderttausende gehen.

In vielen Fällen seien Auszubildende weiter über ihre Eltern abgesichert, sofern die eine private Haftpflichtversicherung haben, so die GVI. Azubis sollten unbedingt prüfen, ob ein Versicherungsschutz besteht.

Wer in eine eigene Wohnung zieht und hochwertige Einrichtungsgegenstände besitzt, der könnte von einer Hausratversicherung profitieren. Typischerweise sind Schäden durch Einbruch oder ein Feuer abgedeckt.  Wer noch nicht über einen umfangreichen oder besonders wertvollen Hausrat verfügt oder weiterhin im Elternhaus wohnt, kann oftmals auf eine eigene Hausratversicherung verzichten. 

Mit Ausbildungsbeginn ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung empfehlenswert, rät die GVI. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist wichtig, weil sie das Einkommen absichert, wenn man seinen Beruf wegen Krankheit oder Unfall für längere Zeit oder dauerhaft nicht mehr ausüben kann.

„Die gesetzliche Absicherung reicht im Ernstfall häufig nicht aus“, so Siegfried Karle, Präsident der GVI. Für junge Beschäftigte bestehen bei der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente insbesondere in den ersten Berufsjahren erhebliche Einschränkungen bei den Anspruchsvoraussetzungen.

„Gleichzeitig profitieren junge Auszubildende meist von günstigen Beiträgen, da sie in der Regel gesund sind und noch keine gesundheitlichen Einschränkungen vorliegen“, so Karle.

„Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollte höchste Priorität haben“, rät auch die Verbraucherzentrale. Nur sie biete umfassenden Schutz gegen dauerhaften Einkommensausfall. und dpa
Druckansicht