„Der demografische Wandel zeigt uns, wie wichtig diese Berufe sind, denn der Bedarf an Pflegepersonal in der Kranken- und Altenpflege ist gestiegen. Das sollten gerade junge Leute bei ihrer Berufswahl bedenken, gehört die Pflegebranche doch zu den Zukunftsbranchen“, erklärt Kathrin Groschwald, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiberg.
Gerade medizinische Einrichtungen in Mittelsachsen würden bereits seit Jahren unter einem Mangel an Pflegefachkräften leiden. Die ausgebildeten Pflegekräfte stünden mit an erster Position unter allen Berufsgruppen mit einem Engpass.
Um diesem Mangel zu begegnen, lohnt ein Blick darauf, wer diesen Beruf ergreift: Frauen in Teilzeit machen den größten Anteil aller Pflegekräfte aus. Im Jahr 2025 arbeiteten in Mittelsachsen 6 944 Pflegekräfte über alle Anforderungsniveaus hinweg in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Das sind 306 Beschäftigte mehr als im Jahr davor und 421 mehr als im Jahr 2021. 86 Prozent (5 979) dieser Pflegekräfte sind Frauen, von denen 32 Prozent in Vollzeit und 68 Prozent in Teilzeit beschäftigt sind. Bei den Männern sind 965 Beschäftigte im Pflegebereich tätig – 476 von ihnen in Vollzeit und 489 in Teilzeit.
Mit dem Gesetz zur Reform der Pflegeberufe sei der Grundstein für eine zukunftsfähige und qualitativ hochwertige Pflegeausbildung für die Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege gelegt worden. So seien die Förderinstrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik unter anderem auch für Beschäftigte weiterentwickelt worden. Ziel sei es, der beschleunigten Transformation der Arbeitswelt zu begegnen, Weiterbildung zu stärken und die Fachkräftebasis zu sichern.
Das Arbeitsamt unterstütze Arbeitgeber, wenn Pflegehelfer weitergebildet werden sollen. Das könne im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes für Beschäftigte erfolgen. Diese können bei bestehendem Arbeitsverhältnis die Umschulung zum Pflegefachmann/zur Pflegefachfrau absolvieren. Gleichwohl unterstütze die Agentur Arbeitsuchende, wenn diese sich weiterbilden möchten. daz/obü