Der neue Spielplan steht
Das Mittelsächsische Theater bietet wieder ein abwechslungs- und kontrastreiches Programm an

Das Mittelsächsische Theater stellte seinen Spielplan vor.Foto: PM
mittelsachsen. Das Mittelsächsische Theater hat seinen Spielplan für die Saison 2026/2027 vorgestellt. Auch in dieser Spielzeit bietet das Ensemble wieder ein abwechslungs- und kontrastreiches Programm an: Friedrich Schiller, Giuseppe Verdi, Gerhart Hauptmann und Franz Lehár – große Namen bestimmen zum einen den Spielplan der kommenden Saison des MiT. Zum anderen hält dieser aber auch so manche Überraschung bereit. In dem breiten Angebot zwischen klassischem Schauspiel, überdrehter Komödie, großer Oper, Sinfoniekonzerten, Musical und Operette sowie bei vielfältigen Angeboten für Familien, Kinder und Jugendliche lässt sich für jeden etwas finden.

Verschiedene, zwischen Menschen divergierende Lebensentwürfe und Familienstrukturen, die auseinanderzubrechen drohen, stehen im Mittelpunkt des Schauspielspielplans in der kommenden Saison. Mit typisch britischem Humor macht sich in Baskerville – Ein Sherlock Holmes Krimi der wohl berühmteste Detektive der Literaturgeschichte auf die Suche nach der Wahrheit – wie immer diese auch aussehen mag. Gerhart Hauptmanns seltener zu sehendes Schauspiel Einsame Menschen erzählt von dem Gefühl des Alleinseins selbst in einer Beziehung und der Sehnsucht, aus seinem bisherigen Leben ausbrechen zu können, um etwas Neues zu beginnen. Während der Große Gatsby nach F. Scott Fitzgeralds gleichnamigem Roman in eine Welt der Schönen und der Reichen führt, die längst nur noch Fassade ist und am Ende implodiert, kämpfen in Friedrich Schillers Maria Stuart – in einer neuen Fassung, die auf drei Personen reduziert ist und damit den Kern des Dramas offen legt – zwei Frauen um ihre Selbstachtung.

Mit William Shakespeares Romeo und Julia, dem Musikdrama über July Garland End of the Rainbow, das in Freiberg als Premiere zu sehen sein wird, der Romanadaption Moby Dick nach Herman Melville und der Komödie Der nackte Wahnsinn von Michael Frayn bleiben weitere Produktionen der jetzt noch laufenden Saison im Repertoire des Schauspielensembles des MiT.

Ein besonderes Anliegen ist die Produktion Der alte König in seinem Exil nach dem Roman von Arnold Geiger, der sich mit dem in unserer Gesellschaft oft verschwiegenen, aber immer wichtiger werdenden Thema Demenz befasst. In diesem Monolog zeigt sich, wie gerade familiäre Erinnerungen ein Band im Moment des Vergessens sein können. Ergänzt wird diese spartenübergreifende Inszenierung durch den musikalischen Teil Musik für die Sinne, der in seiner Form und Sprache für an Demenz erkrankte Personen konzipiert ist und auch mobil von Einrichtungen gebucht werden kann.

Mit den beiden Opern Der Kaiser von Atlantis und Der zerbrochene Krug von Viktor Ullmann finden sich zwei Kompositionen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Spielplan des Mittelsächsischen Theaters. Die beiden Opern über Willkür und Machtmissbrauch des jüdischen, von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Komponisten sind gleichzeitig auch der Beitrag des MiT zu der Veranstaltungsreihe Tacheles 2026 – Jüdische Kultur in Sachsen. Bonnie und Clyde werden ab Ende November in Frank Wildhorns gleichnamigen Musical die Theater in Freiberg und Döbeln unsicher machen. Ab Mitte März tanzt – hoffentlich zur Freude des Publikums – in Andrew Lippas Musical die Addams Family gemeinsam mit ihren Ahnen auf den Gräbern und bringt bei den Musicalfestspielen dieser Saison die Nikolaikirche zum Beben. Mit Verdis La Traviata kehrt im Frühjahr 2027 eine der populärsten Opern zurück in das Repertoires des Theaters. Eine besondere Herausforderung stellt die konzertante Aufführung von Richard Wagners Romantischer Oper Der fliegende Holländer dar, die in drei Aufführungen im Innenhof des Freiberger Schlosses bei den Sommernächten zu sehen sein wird. Neben einem hochkarätigem Solistenensemble werden bei dieser Produktion auch mehrere Chöre aus der Region mitwirken.

Darüber hinaus wird das Musical Cabaret von John Kander und Fred Ebb ebenso wieder zu sehen sein wie der Doppelopernabend mit Giacomo Puccinis Gianni Schicchi und Ruggero Leoncavallos Der Bajazzo, der in Döbeln als Premiere zu erleben sein wird. Außerdem bleibt als Angebot für Schulen und Familien auch die Kurzfassung von Engelbert Humperdincks Märchenoper Hänsel und Gretel im Repertoire des MiT.

Spätromantische Musik etwa von Johannes Brahms, Anton Bruckner, Richard Strauss und Peter Tschaikowsky, ungewöhnliche Soloinstrumente wie Tuba und Bratsche sowie Werke von Komponistinnen wie Missy Mazzoli, Elsa Barraine und Fanny Hensel prägen den Konzertspielplan der kommenden Saison. Daneben wird die Mittelsächsische Philharmonie aber auch Werke der Klassiker Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven interpretieren.

Der Spielplan unseres Jungen Theaters JuT! wird sich mit Themen wie Mut und Toleranz sowie der Stärke, die man aus couragiertem Verhalten gewinnen kann, auseinandersetzen. In unserem Winterstück etwa betritt mit Pippi Langstrumpf das stärkste Mädchen der Welt die Bühnen des MiT: Pipi plündert den Weihnachtsbaum nach dem Kinderbuchklassiker von Astrid Lindgren verspricht ein turbulentes Abenteuer in der Vorweihnachtszeit zu werden. Das Jugendstück Astronauten von Milan Gather, das ab September mobil in Mittelsachsen unterwegs sein wird, setzt sich auf subtile Weise mit dem Thema Mobbing auseinander und beleuchtet dabei die Wirkung, die dieses Verhalten sowohl auf die Opfer als auch auf die Täter ausübt. An die Jüngsten richtet sich das ebenfalls mobile Kinderstück Irgendwie anders nach dem Bilderbuch von Kathryn Cave – eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, Mut und die Bestärkung, dass es gut ist, irgendwie anders zu sein. Und natürlich wird neben den erfolgreichen Baby- und Kinderkonzerten auch der liebenswerte Anglerfisch Gunnar und sein Freund, die Krake Enrico, uns in Kai Pannens Kinderstück Flunkeln im Dunkeln in die neue Saison begleiten.

Nach der positiven Erfahrung aus der Spielzeit 2024/2025 wird das MiT auch in der Saison 2026/2027 auf der Seebühne an der Talsperre Kriebstein neben unserer Neuinszenierung von Franz Lehárs Erfolgsoperette Das Land des Lächelns wieder ein Familienstück anbieten: In einem Musical von Marc Schubring und Wolfgang Adenberg nach Erich Kästners Kinderbuchklassiker Emil und die Detektive wird im Sommer der Titelheld auf der Seebühne auf Verbrecherjagd gehen.

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