Gleich für den ersten, angehaltenen jungen Mann ging es glimpflich aus. Er hatte kein Licht und keine Klingel am Rad, die Reifen waren zu weit abgefahren. Doch statt einer kostenpflichtigen Verwarnung für sein Fahrrad mit vielen Mängeln gab es für ihn nur eine Mängelliste, eingetragen in einen farbigen Fahrradpass als Erinnerung, und als Geschenk ein paar Reflektoren für die Speichen. Artig bedankte sich der junge Mann und sah zu, dass er davonradelte. „Beim nächsten Mal wird es teuer“, so Polizeihauptmeisterin Tina Anker. Ihr Kollege, Polizeihauptmeister Maik Polzer, winkte unterdessen schon den nächsten Zweiradfahrer heraus. Dieser stand gerade noch mit seinem schweren Motorrad an der Ampelkreuzung.
Auch die E-Roller-Fahrer hatten die Polizistin und der Polizist vom Döbelner Polizeirevier an der Volkshauskreuzung, mitten in Döbeln, im Visier. „Heute geht es um reine Prävention. Die Döbelner Kollegen nehmen am bundesweiten Kontrolltag teil, bei dem besonders die Zweiräder im Fokus stehen“, sagte Doreen Stein von der Pressestelle der Polizeidirektion Chemnitz, die mit vor Ort war.
„Wir wollen Zweiradfahrer nicht nerven oder abstrafen, sondern sensibilisieren. Denn sie sind es, die bei einem Unfall wahrscheinlich die schwersten Verletzungen davontragen“, sagt die Polizeisprecherin. Mit einem sicheren Fahrrad mit Licht, funktionierenden Bremsen und Profil auf den Reifen fängt die eigene Sicherheit an. „Und im eigenen Interesse ist ein Fahrradhelm wichtig.“
Im vergangenen Jahr wurden im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz 621 Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Fahrrad- oder Pedelecfahrern aufgenommen. Das entspricht einem Anteil von 2,8 Prozent des Gesamtunfallaufkommens. Dabei gab es 500 Verletzte. Fünf Radfahrer kamen ums Leben. 37 Verkehrsunfälle wurden im Jahr 2025 im PD-Bereich erfasst, bei denen E-Scooter (Elektroroller) beteiligt waren. Bei 25 dieser Unfälle gab es Personenschäden, wobei ein Mensch getötet, drei Menschen schwer und 21 Menschen leicht verletzt wurden. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung motorisierter Zweiräder ist zwar leicht auf 754 Unfälle gesunken. Bei den Unfällen mit Personenschäden geschahen aber 425 mit Beteiligung motorisierter Zweiräder, was einem Anteil von 17,9 Prozent entspricht. Dabei erlitten 481 Personen Verletzungen, zehn verloren ihr Leben.und thomas sparrer