Über 500 Mitwirkende machen die Kulturnacht zu einem glanzvollen Ereignis
Mehr Orte, mehr Angebote, neue Inhalte: Am 13. Mai verwandelt sich die Muldeinsel in Döbeln zum dritten Mal in ein lebendiges Kulturzentrum.

Unter anderem bei Kerstin Kleine in Döbelns Stadtbibliothek gibt es Spendentickets für die Kulturnacht in Döbeln.Foto: Sven Bartsch
Döbeln. „Wenn es ein Veranstaltungsformat drei Jahre schafft, dann kann man davon sprechen, dass es sich etabliert hat.“ Döbelns Kulturnacht, die am 13. Mai zum dritten Mal auf der Muldeinsel stattfindet, hat diesen Status bereits nach zwei Jahren erreicht. Christiane Böttger sagt das mit Stolz. Stolz ist die Sachgebietsleiterin Kultur in Döbelns Stadtverwaltung nicht nur darauf, dass in diesem Jahr mit über 500 Mitwirkenden und 22 Veranstaltungsorten im Zentrum der Großen Kreisstadt noch einmal ein neues Level erreicht wurde.

Die Veranstaltung, bei der Döbelner Kulturschaffende an den unterschiedlichsten Orten der Insel zu erleben sind, ist komplett kostenfrei für die Besucher und entsteht aus einer gemeinsamen Motivation heraus: die Innenstadt zu beleben und zu zeigen: Döbeln kann Kultur. Vier Partner arbeiten dabei auf Augenhöhe zusammen: die Stadtverwaltung, der Treibhausverein, das Theater und das Quartiersbüro.

Dass das Konzept funktioniert, zeigt das Feedback bei den Mitwirkenden, die sich seit November anmelden konnten. Die Anfragen aus Interesse an der Kulturnacht kamen sogar aus Leipzig und Dresden, doch den Veranstaltern ist wichtig, dass es in erster Linie Akteure von vor Ort sind, die den Abend bestreiten. Ausnahmen wurden in Einzelfällen gemacht. So etwa beim Duo Clara Beyer & Janis Netele aus Leipzig. Clara Beyer ist ehemalige Döbelnerin. „Sie findet das Format toll“, erzählt Fabian Klapproth vom Treibhausverein, „und darf deshalb natürlich sehr gern dabei sein.“

Nicht nur räumlich, auch inhaltlich ist das Angebot in diesem Jahr noch mehr erweitert worden. Ein Blick in das Programmheft, das auch online unterwww.kulturnach-doebeln.deverfügbar ist, lohnt sich. Am Mittwochabend vor dem Himmelfahrts-Feiertag gibt es nicht nur Theaterstücke, verschiedenste Konzerte, Malerei, Tanz und ganz viele Mitmachangebote. Auch Lesungen sind erstmals geplant. Im Haus der Kulturen gibt es erstmals Führungen und Workshopangebote. Mit dem Postgebäude, der Gourmandise und dem Pop-up-Store an der Ritterstraße sind zusätzliche Veranstaltungsorte ins Programm aufgenommen worden. An der Ritterstraße wird der Kiezkopf aufgebaut und es gibt Kiezführungen. Dicht bespielt wird das Rathaus, vom Foyer bis unters Dach. Wer im Theater vorbeischaut, kann sich nicht nur bei einer öffentlichen Probe für Moby Dick einen exklusiven Vorgeschmack auf die Premiere am 16. Mai holen. Es gibt auch Tanz und Posaunenmusik zu erleben und abends auf der Straße zwischen Old Town Pub und Theater eine ganz besondere Stimmung. „Da hat sich letztes Jahr so ein tolles Platzgefühl entwickelt“, freut sich Judica Semler, Oberspielleiterin des Musiktheaters am MiT.

Die Kulturnacht lädt zum Flanieren ein, die Stadt soll noch stärker zum Verweilort werden. Dank neuer Vereine, die sich beteiligen, ist das Gastroangebot außerhalb der geöffneten Restaurants und Imbisse erweitert worden. Die Baseballer des Döbelner SV beispielsweise werden erstmals venezolanische Spezialitäten anbieten, und auch der Töpelwinkel, die Freie Landschule und die Oberschule Am Holländer warten im Stadtgebiet mit Essen to go auf. Ganz viele weitere kulinarische Angebote sind an einzelnen Veranstaltungsorten geplant, verhungern oder verdursten muss also keiner.

Den Auftakt in die Kulturnacht macht nach erfolgreicher Premiere im vergangenen Jahr wieder das Kinder- und Lesefest der Bibliothek. Das beginnt bereits um 15 Uhr und hat das Thema Alltagshelden. Im Anschluss kann das Orgelkonzert für Kinder in der benachbarten Nikolaikirche mitgenommen werden, und erstmals gibt es im Gotteshaus dann später noch das Mitmach-Angebot gesellige Chormusik.

Offiziell eröffnet wird die Kulturnacht – bei schönem Wetter – durch die Blechbläser der Musikschule auf dem Rathausbalkon. Von da an kann sich jeder durch die City arbeiten und Kultur in ihrer ganzen Bandbreite erleben. Und wer nach 22 Uhr, dem offiziellen Ende der Kulturnacht, immer noch nicht genug hat, kann im KL17 zur After-Show-Party gehen.

Dass die Kulturnacht ein kostenfreies Angebot ist, daran halten die Macher fest. Obwohl das Projekt von der Kulturstiftung des Freistaates gefördert wird und in diesem Jahr doppelt so viele Sponsorenmittel zur Verfügung hat wie vergangenes Jahr, bleibt es ein Zuschussgeschäft. Neben dem Hauptsponsor Karls unterstützen zahlreiche Döbelner Unternehmen die Kulturnacht. Um zusätzliche Mittel unter anderem für die kleine Entschädigung der Mitwirkenden in die Kasse zu spülen, werden wie bereits im vergangenen Jahr Spendentickets verkauft.

Dabei handelt es sich um kleine Kunstwerke, Unikate, die von Schülerinnen und Schülern des Lessing-Gymnasiums gestaltet worden sind. Für 10 Euro gibt es diese farbenfrohen Spendentickets in der Stadtinformation, der Stadtbibliothek, im Theater und im Onlineshop des Treibhausvereins zu kaufen. „Wer ein solches Unikat kauft, drückt damit seine Wertschätzung gegenüber den Mitwirkenden an der Kulturnacht aus“, wirbt Christiane Böttger. Etwa 200 von insgesamt 500 dieser Tickets sind noch im Umlauf und können auch am 13. M ai auf der Muldeinsel noch gekauft werden. Das proppevolle gedruckte Programmheft mit Infos zu den Mitwirkenden, Lageplan und Veranstaltungsübersicht gibt es kostenfrei – überall auf der Muldeinsel.und M. Engelmann-Bunk

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