60 Kilometer markierte Strecke, zehn unterschiedlich lange Routen, fünf Verpflegungspunkte, zwei Start- und Ziel-Punkte, ein hoch motiviertes Team und dazu: strahlender Sonnenschein. Besser hätten die Bedingungen für diesen Tag nicht sein können. Organisationsleiter Axel Weise ahnte es schon am frühen Morgen: „Heute könnten wir die 4000 knacken.”
Und tatsächlich: Die ersten Wanderfreunde trudelten schon um 5.15 Uhr – bei frischen –1 Grad – im Großbauchlitzer Stadion ein. Das ist an sich nichts Besonderes beim Sachsen-Dreier, denn die Langstreckler, die die längste Tour in Angriff nehmen, sind immer früher am Start, der eigentlich erst um 6 Uhr öffnet. Doch dieses Mal waren es schon um diese Zeit ausnehmend viele Wanderfreunde, die ihre Startunterlagen in Empfang nehmen wollten. Am Ende des Tages waren es über 200 Teilnehmer, die den langen Kanten bewältigt haben – auch ein neuer Rekord.
Die meisten Wanderfreunde aber, die es gemütlicher mögen, gehen etwas später an den Start. Im Waldheimer Museumshaus sind es auch dieses Mal wieder mehr als im Döbelner Lok-Stadion, wo sich ab halb acht so viele Menschen tummeln, wie noch nie um diese Zeit. Dass Waldheim als Startpunkt so stark genutzt wird, liegt an der Attraktivität der Strecken, weiß Organisationsleiter Axel Weise. Die Mitglieder der Abteilung Bergsteigen und Wandern des ESV Lok Döbeln haben deshalb in den zurückliegenden Jahren auch den kostenlosen Pendelverkehr zwischen Döbeln und dem zweiten Startpunkt aufgestockt.
Angepasst haben die Veranstalter der traditionsreichen Frühlingswanderung auch die Abfertigung der Teilnehmer und das Erstellen der Urkunde, die jeder am Ende im Ziel erhält. Die Digitalisierung hat Einzug gehalten, und seit dem vergangenen Jahr können Startkarten auch im Vorfeld erworben werden. Rund 1000 Teilnehmer haben dieses Angebot wieder genutzt. „Wir wollen, dass die Leute so wenig wie möglich Wartezeiten haben.“ Gemurre gibt es keins in den Warteschlangen. Alle sind gut gelaunt. Der Sonnenschein und die Aussicht auf einen tollen Wandertag mit Familie oder Freunden tragen sicher dazu bei.
Einmalig sei die Veranstaltung, ist an diesem Tag mehrfach zu hören. Am genialen Grundkonzept des Sachsen-Dreiers, das sein Vorgänger Günther Schär über Jahrzehnte perfektioniert hat, wurde und wird deshalb auch nichts verändert, sagt Weise. Er hatte vor sieben Jahren die Organisationsleitung übernommen. Seitdem hat sich das Team zwar verjüngt und auch modernisiert.
Die gut markierten Strecken, die man auch ohne Wanderkarte laufen kann, die Verpflegungsstellen mit dem seit Jahrzehnten immer gleichen und kostenfreien Angebot: Fettbemmchen, Äpfel und Tee, die freundlichen und gut gelaunten Helfer, zwei Burgen, zwei Klöster und jede Menge weitere Sehenswürdigkeiten unterwegs gehören zum Erfolgsgeheimnis der Frühlingswanderung, die noch nie nur Einheimische an den Start geholt hat. Und: „Diese herrlichen Wege“, wie immer wieder zu hören ist.
„Meine 52er-Runde hat absolut keine Wünsche offen gelassen“, sagt Jörg Hartwig am Ende des Tages. Er ist nicht zum ersten Mal mitgewandert. Und auch dieses Mal könne er sich an keinen Abschnitt erinnern, der ihm dröge oder überflüssig in Erinnerung geblieben sei. Für die Langstreckler wie ihn gibt es sogar noch einen Extra-Service: Trinkwasserkanister an allen Verpflegungsstellen, so dass die Wanderer, die am längsten und am zügigsten unterwegs sind, sich ihre Trinkflaschen auffüllen können.
„Wir kommen seit vielen Jahren zum Sachsen-Dreier“, sagt Sven Zimmermann, der in Großbauchlitz auf den Shuttlebus wartet. Warum? „Das ist einfach eine wunderschöne Gegend hier.“ Der 60-Jährige von der SG LVB Leipzig ist mit sieben Mitwanderern per Zug angereist, um die 14 Kilometer von Waldheim aus unter die Füße zu nehmen. „Das hat super funktioniert.“
Neben ganz vielen Wiederholungstätern haben Axel Weise und die Helfer an den Verpflegungspunkten jede Menge neue Gesichter wahrgenommen. Besonders auffällig ist gewesen: „Es waren viele Familien dabei und sogar Jugendliche.“ Dass sich junge Menschen fürs Wandern begeistern, freut die Organisatoren. Es ist für sie Bestätigung und ein Ansporn zugleich, immer weiter am Konzept zu feilen.
Die große Teilnehmerzahl hat das Team bestens gemeistert. Auch an den Verpflegungsstellen kam es nie zu Engpässen. Das haben die Sachsen-Dreier-Organisatoren übrigens nicht nur ihrer guten Vorausplanung zu verdanken: 260 Brote, 80 Kilogramm Fett und 200 Kilogramm Äpfel waren geordert worden. Am Ende blieben sechs Brote und ein Becher Fett übrig. „Das haben wir auch den Mitarbeitern unseres Döbelner Stadtbauhofes zu verdanken“, ist Axel Weise immer noch begeistert.
Matthias Morgner und Alexander Suhr waren verantwortlich und den ganzen Tag dafür unterwegs, dass an jeder einzelnen Verpflegungsstelle immer ausreichend Tee, und Imbiss zur Verfügung standen – und möglichst auch nirgendwo Überhänge blieben. „Wie die das organisiert haben, ist einfach genial.“
und M. Engelmann-Bunk