Erfolgreicher „Tag der Artenvielfalt“
Zahlreiche Arten erstmals im NSG Werbeliner See nachgewiesen

Auswertung der Funde beim „Tag der Artenvielfalt“ im NSG Werbeliner See. Foto: LRA
Delitzsch. Rund 140 Tier- und Pflanzenarten konnten jetzt erstmals im Naturschutzgebiet (NSG) Werbeliner See nachgewiesen werden. „Damit ist die Gesamtliste für das Gebiet auf fast 1300 Arten angewachsen“, sagt Franz Jäger vom NSG-Projektteam. Erfasst wurden die Spezies beim „Tag der Artenvielfalt“, an dem sich neben Experten auch etwa 50 freiwillige Unterstützer beteiligten.

Fledermäuse und nachtaktive Insekten standen in der Nacht vom 3. zum 4. Juli im Fokus. Mit Hilfe eines BAT-Detektors, der Ultraschallwellen von Fledermäusen für Menschen hörbar macht, spürten Fachleute vom NABU Leipzig vier im NSG Werbeliner See bereits nachgewiesene Arten auf.

Eine Lichtfalle zum vorübergehenden Einsammeln von Insekten ermöglichte 35 Neuentdeckungen. „Ein ganz besonderer Fund waren mehrere Individuen vom Schwarzen Ordensband, einem Nachtfalter, der inzwischen sehr selten ist“, berichtet Franz Jäger.

Insbesondere die Zahl der nachgewiesenen Käferarten wuchs dann im Laufe des 5. Juli enorm. Rund 60 neue Namen tummeln sich seither auf der Liste des NSG. Franz Jäger: „Vor allem waren die großen Gruppen der Rüsselkäfer und der Blattkäfer präsent, die sich von Pflanzen ernähren. Es konnten auch mehrere spezialisierte Käfer im Dung der Weidetiere gefunden werden sowie drei Wasserkäfer im Zwochauer See.“

Ebenfalls zu Land und Wasser suchten die Naturfreunde nach Mollusken. Elf Arten der Weichtiere wurden gefunden, vier davon erstmals im NSG.

Eine Reihe von Nachweisen erbrachte die Suche nach Goldwespen, Wildbienen und Wanzen. Laut Franz Jäger konnten hierbei viele Arten nicht direkt im Feld bestimmt werden. Die komplette Liste liege dann in rund drei Wochen vor.

Anders verhält es sich mit der Bestimmung von Pflanzen: „Es wurden insgesamt 143 Arten gefunden, davon waren 12 neu für das NSG Werbeliner See“, so der Projektmitarbeiter.

Sein Fazit zum „Tag der Artenvielfalt“ fällt eindeutig aus: „Der Großteil der Arten ist in der umliegenden, intensiv genutzten Landschaft nicht mehr zu finden. Das zeigt einmal mehr, wie wertvoll naturnahe und reich strukturierte Rückzugsräume mit vielen Habitaten sind und wieso diese unbedingt unter Schutz stehen müssen.“

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