Nirit Sommerfeld liest aus ihrem Debütroman

Eilenburg. Mit seinem 25. Jubiläum feiert der Wurzener Ringelnatz-Sommer 2026 nicht nur ein Vierteljahrhundert Literatur- und Kulturbegeisterung, sondern erweitert sein Programm erstmals um einen vorgelagerten regionalen Auftakt. Veranstaltungen in Oschatz, Eilenburg und Leipzig dazu ein, sich unter dem Leitmotiv „Vom andern aus lerne die Welt begreifen – Ringelnatz im Jahr der jüdischen Kultur“ auf das Wurzener Festival vom 5. bis 9. August einzustimmen.

Und Eilenburg ist am 16. Juli mittendrin. Nirit Sommerfeld, 1961 in Eilat geboren, lebt als deutsch-israelische Künstlerin in Deutschland. Sie ist Mitbegründerin des Bündnisses für Gerechtigkeit zwischen Israelis und ­Palästinensern, betreibt das Café Julius im Schocken im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz und engagiert sich seit vielen Jahren für israelisch-palästinensische Verständigung. Ihre Erfahrungen zahlreicher Israel-Aufenthalte prägen ihr Schreiben ebenso wie ihr gesellschaftliches ­Engagement.

Mit ihrem Debütroman ­„Beduinenmilch“, der es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2025 schaffte, stellt die deutsch-israelische Schauspielerin und Sängerin eine junge Frau ins Zentrum, die zwischen Identität, Verantwortung und politischer Realität ihren eigenen Weg sucht. Sommer 2014: Talia, fast 18, reist nach Israel, fest entschlossen, ihren Militärdienst zu leisten und Teil der Gesellschaft zu werden, der sie sich tief verbunden fühlt. Doch in Tel Aviv trifft sie auf eine Welt, die nicht zu dem passt, was sie bisher glaubte. Sie erlebt die Nähe des Krieges in Gaza, begegnet Aktivisten der Friedensbewegung und dem ­Palästinenser Haytham – Begegnungen, die ihre Überzeugungen ins Wanken bringen und sie in einen gefährlichen Gewissenskonflikt führen. Der Roman stellt eindringliche Fragen nach Zugehörigkeit, Menschlichkeit und dem Mut, eigene Positionen zu hinterfragen.

Die Lesung findet in Eilenburger Stadtmuseum, Torgauer Straße 40, statt. Beginn ist um 18.30 Uhr. Es moderiert Jörg Schieke (MDR). Der Eintritt ist frei, eine Spende wird erbeten.

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um Anmeldung unter Telefon 03423 652220 oder per E-Mail an bibliothek@eilenburg.de gebeten.

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