ADFC zeichnet Bahnhöfein Neukieritzsch und Pegau aus
Studie zeigt: Neben diesen Leuchttürmen gibt es im Landkreis Leipzig noch Aufholbedarf

Der Bahnhof in Neukieritzsch gilt als besonders diebstahlsicher, was Fahrräder angeht.Foto: Simone Prenzel
Landkreis Leipzig. Wer das Auto stehenlassen und mit Rad und Bahn pendeln möchte, braucht am Bahnhof vor allem eines: einen sicheren Parkplatz fürs Fahrrad. Wie es darum im Freistaat bestellt ist, zeigt die aktuelle Bike+Ride-Studie des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Sachsen (ADFC).

Der Verein hat die Qualität und Menge der Fahrradständer an allen 511 sächsischen Bahnhöfen unter die Lupe genommen. Für den Landkreis Leipzig zeigt sich ein gespaltenes Bild: Einerseits stechen die Bahnhöfe in Neukieritzsch und Pegau als diebstahlsichere „Leuchttürme“ positiv ins Auge. Die Fahrradständer an 16 weiteren Bahnhöfen im Landkreis bewertet der ADFC Sachsen als gut. Andererseits fallen acht der 42 Bahnhöfe in der Region mangels sicherer Abstellmöglichkeiten durch.

„Immer mehr Pendler nutzen die Bahn für ihren täglichen Arbeitsweg. Für viele von ihnen bietet es sich an, mit dem Rad zum Bahnhof zu fahren. Aber Pendler tun dies nur, wenn sie ihr Rad mit einem guten Gefühl am Bahnhof parken können. Aus diesem Grund freue ich mich sehr, dass die Bahnhöfe in Neukieritzsch und Pegau ihren Fahrgästen hervorragende und diebstahlsichere Abstellanlagen in Form von Fahrradboxen anbieten“, erklärt Janek Mücksch, Vorsitzender des ADFC Sachsen.

Doch die Abstellanlagen an diesen beiden Bahnhöfen unterscheiden sich von den anderen Bahnhöfen im Landkreis Leipzig: In der ADFC-Studie sind 19% der Bahnhöfe im Landkreis Leipzig durchgefallen, weil sie über keine oder nur äußerst mangelhafte Abstellanlagen verfügen. Sachsenweit liegt der Wert sogar bei 52 Prozent.

Der Bahnhof Naunhof mit einem großem Pendleraufkommen verfügt nur über einfache Vorderradhalter, an denen man den Rahmen nicht diebstahlsicher anschließen kann. An anderen Bahnhöfen im Landkreis Leipzig wie in Großdeuben oder Großlehna können Pendler ihr Rad nirgendwo anschließen.

„Durchschnittlich ist die Situation im Landkreis Leipzig besser als in den meisten anderen sächsischen Landkreisen. Dennoch gibt es noch viel Luft nach Oben. Fahrradabstellanlagen kosten wenig Geld, sind sehr platzsparend und erhöhen den Einzugsradius von Bahnhöfen enorm. Außerdem verhindern adäquate Abstellmöglichkeiten, dass Fahrräder wild an Geländern, Laternen oder Bäumen angeschlossen werden. Die Fördermittel für Fahrradabstellanlagen liegen bereit. Die Kommunen, die in der Bike&Ride-Studie des ADFC durchgefallen sind, sollten diese nun schnellstmöglich beantragen“ ergänzt Janek Mücksch. Ein groß angelegtes Programm des Bundesumweltministeriums und der Deutschen Bahn nutzen deutschlandweit schon rund 1000 Kommunen.

In vielen anderen sächsischen Städten ist die Situation problematischer als im Landkreis Leipzig. 34% der Haltepunkte in Sachsen verfügen über gar keine Abstellanlagen und bei weiteren 18% sind sie äußerst mangelhaft.

Aber es gibt auch Lichtblicke: Etwa 22% der sächsischen Bahnhöfe erreichten Schulnote 1 oder 2. Auch hat sich die Anzahl der diebstahlsicheren Stellplätze in Sachsen seit 2019 von 9.191 auf 11.014 erhöht. In dieser Zeit stieg allerdings auch das Fahrgastaufkommen im sächsischen Regionalverkehr um 29%.

Erhebliche Unterschiede gibt es zwischen den Landkreisen. Während im Landkreis Leipzig die Durchschnittsnote bei 3,3 liegt, wurden die Abstellanlagen in den Landkreisen Sächsische Schweiz Osterzgebirge (4,8), Zwickau (4,8) oder dem Vogtlandkreis (4,8) durchschnittlich deutlich schlechter bewertet. Die Landkreise Bautzen (3,4), und der Landkreis Nordsachsen (3,3) wurden im Mittel ähnlich gut bewertet wie der Landkreis Leipzig. Im Landkreis Leipzig verfügen insgesamt 43 Prozent der Bahnhöfe über gute Fahrradständer.

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