Die neuen Windräder entstanden als Repowering-Projekt. Das heißt, alte Anlagen wurden zurückgebaut und durch neue, größere und leistungsfähigere ersetzt. Das Besondere: Obwohl sich die Turbinen auf sachsen-anhaltinischem Gebiet in der Gemeinde Elsteraue (Burgenlandkreis) drehen, wird auch das sächsische Groitzsch davon profitieren. Die Kommune liegt – wie die Thüringer Städte Lucka und Meuselwitz – im 2,5-Kilometer-Radius um die Anlagen herum.
Bei einigen Anlagen, die näher an Michelwitz und Pautzsch stehen, bekommt die Stadt Groitzsch sogar mehr vom Kuchen ab als die Standortkommune Elsteraue. Laut Mario Bliß, Ortsvorsteher von Auligk, haben sich Vertreter der Ortschaften schon ausgetauscht, was mit dem Erlös passieren soll.
„Wichtig ist, dass die Gelder den direkt betroffenen Orten zugutekommen“, so der ehemalige Gastwirt von Michelwitz. „Wir haben uns dazu bereits eine Meinung gebildet und wollen die ersten Zahlungen für die Buswartehäuschen inPautzschund Gatzen einsetzen.“ Beide seien in einem desolaten Zustand, so Bliß. Und wie kommt Michelwitz mit den neuen Rotorriesen aus? Laut Bliß seien sie auf jeden Fall leiser als die Altanlagen. „Michelwitz hat sich mit dem Windpark arrangiert“, erklärt der Ortsvorsteher. Ein weiterer Dorfbewohner beklagt allerdings, dass ihm die Beleuchtung nachts ins Schlafzimmer scheint. Dazu Rainer Goebel, Projektleiter der Firma 3U Energy: „Die Anlagen sind mit einer bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung ausgerüstet. Diese sorgt dafür, dass die Lichter nur aktiv sind, wenn sich ein Flugzeug nähert.“ Dass die Windräder derzeit nachts noch leuchten, hänge mit der Anlaufphase zusammen. „Die Technik muss noch justiert werden“, so Goebel. Danach bedürfe es der Genehmigung durch Behörden und die Deutsche Flugsicherung. Das könne noch einige Wochen dauern. Und was wird aus den Turbinen, die nach dem Repowering stehen bleiben? Die acht älteren Anlagen vom Typ GE 1.5sl sollen vorerst weiterlaufen. „Es ist vorgesehen, dass mittelfristig auch die acht Altanlagen modernisiert und durch eine geringe Anzahl von neuen Windenergieanlagen ersetzt werden“, so Hellrung. Voruntersuchungen dazu würden möglicherweise noch in diesem Jahr zum Abschluss kommen. und sp