Mit den Franzosen sei eine Vereinbarung zum Verkauf der Scholz-Gruppe getroffen worden, teilte Scholz-Sprecher Frank Elsner mit. Zur Scholz-Gruppe gehören in Espenhain die SRW Metalfloat und Scholz Recycling. Insgesamt sind rund 270 Mitarbeiter am Standort beschäftigt, darunter 180 bei SRW.
Die chinesischen Eigentümer der Scholz-Gruppe waren im Vorjahr in finanzielle Turbulenzen geraten. Der Handel mit der Aktie von CEG war an der Hongkonger Börse zeitweilig ausgesetzt worden. Auf Betreiben eines internationalen Kreditgebers waren in den Holdinggesellschaften der Scholz-Gruppe Treuhänder und Manager eingesetzt worden.
„Ziel der neuen Geschäftsführung war es, das Unternehmen zu stabilisieren und geordnet zu verkaufen, um es in eine langfristig stabile Gesellschafterstruktur zu überführen“, so Elsner weiter. „Dazu wurde im vierten Quartal 2025 ein strukturierter Verkaufsprozess initiiert, der weltweit auf sehr reges Interesse bei zahlreichen Investoren gestoßen ist.“
Mit der Übernahme durch Derichebourg entstehe ein neues europäisches Schwergewicht der Kreislaufwirtschaft bei Stahl- und Metallschrotten. Espenhain gehört nach Unternehmensangaben schon jetzt zu den führenden Stahl- und Metallschrottaufbereitungsstandorten in Deutschland und Europa. Auf einer Fläche von 36 Hektar wird die gesamte Palette des modernen Stahlschrottrecyclings realisiert.
„Die Sicherung des Betriebs und der Arbeitsplätze ist eine wichtige Nachricht für die Region“, erklärt der Röthaer Bürgermeister Pascal Németh (Röthaer Land). Das drohende Aus des Unternehmens wäre schwer zu verkraften gewesen. „Nicht nur wegen der Gewerbesteuer. Vielmehr noch wegen der Arbeitsplätze und der damit verbundenen Botschaft für den Wirtschaftsstandort Espenhain“, so Németh. „Es wäre wünschenswert, dass sich die Unternehmen weiter gut entwickeln und vielleicht sogar noch neue Jobs entstehen.“ Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart.Der Rathauschef erhofft sich von einem europäischen Eigentümer auch eine reibungslosere Kommunikation. Alle wichtigen Entscheidungen seien bisher in Hongkong getroffen worden. „Das war auch für uns etwas mühsam.“
Knapp 90 Beschäftigte von SRW waren am 8. November 2023 in den Streik getreten, um einen Tarifvertrag durchzusetzen. Nach 180 Tagen wurde der Arbeitskampf erfolglos beendet. Die unnachgiebige Haltung rechneten Gewerkschafter den chinesischen Gesellschaftern zu. Politiker hatten sich in Espenhain die Klinke in die Hand gegeben. Der Financial Times war der Ausstand einen Bericht wert. und sp