Pegauer Aussichtsturm wirdvon Unbekannten beschädigt
Neues Ausflugsziel auf der Stöntzscher Höhe muss ausgerechnet zum Saisonstart gesperrt werden. Die Kommune bittet um Hinweise.

Der Aussichtsturm auf der Stöntzscher Höhe bei Pegau bleibt wegen Vandalismusschäden auf unbestimmte Zeit gesperrt. Der Zugang wurde vom Bauhof abgeriegelt.Foto: Mathias Bierende
Pegau. Wer das schöne Wetter nutzen will, um den neuen Aussichtsturm auf der Stöntzscher Höhe bei Pegau zu erklimmen, dürfte enttäuscht sein: Das neue Wahrzeichen im Leipziger Neuseenland ist bis auf Weiteres gesperrt. Der Turm war erst im November 2025 offiziell eröffnet worden. Groß war die Freude, dass die Stadt Pegau Einheimischen und Touristen ein neues Aushängeschild präsentieren kann.

Schon die Errichtung verlief nicht ohne Rückschläge. Zunächst bremsten Statik-Probleme den Bau aus. Verformte Stahlteile mussten überarbeitet werden. Später stellte sich heraus, dass die drehbar gelagerten Lamellen zu schnell rotieren – deshalb mussten nachträglich Stopper eingebaut werden. Auch Vandalen hinterließen bereits während der Bauzeit immer wieder ihre Spuren.

In den vergangenen Tagen suchten zerstörungswillige Zeitgenossen das Bauwerk erneut heim und richteten einen größeren Schaden an der Aussichtsplattform an.

„Es fehlen einem die Worte“, kommentiert der Pegauer Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) den neuerlichen Vorfall. „Offenbar mit großer Gewalt wurde eine Platte herausgehebelt.“ Von dieser Stelle gehe jetzt eine erhebliche Unfallgefahr aus. „Wir als Stadt haben die Verkehrssicherungspflicht. Uns bleibt nichts anderes übrig, als den Turm zu sperren.“

Das ist besonders bitter, weil gerade jetzt die Ausflugssaison startet und die Stöntzscher Höhe bei Touristen immer beliebter wird. „Die Besucher äußern sich immer wieder begeistert über unser neues Aushängeschild.“ Der Turm hat das Zeug zu einem echten Besuchermagneten. Allerdings scheint er auch auf Menschen mit gehobener Zerstörungswut eine besondere Anziehungskraft auszuüben. Von der Plattform schweift der Blick normalerweise weit ins Land. Besuchern liegen die bereits rekultivierten Flächen des Tagebaus Profen sowie der Elsterfloßgraben als technisches Denkmal zu Füßen. Neben der Kleinstadt Pegau ist bei gutem Wetter eine Aussicht bis nach Leipzig, zur Halde Trages oder in den Burgenlandkreis möglich.

Knapp 30 Meter hoch, soll die Konstruktion mit ihrer Silhouette an einen Kirchturm und das abgebaggerte Dorf Stöntzsch erinnern, das der Kohle weichen musste.

Vorerst müssen die Stufen bis zur Aussichtsplattform in 18 Metern Höhe versperrt bleiben. „Wir müssen uns um Ersatzteile kümmern“, so der Stadtchef. Noch sei unklar, wie lange das dauert. „Vorerst bleibt der Turm deshalb für den Besucherverkehr geschlossen.“ Wenigstens die neu aufgestellten Rasthütten können genutzt werden. Parallel bittet die Stadt um Hinweise. „Verdächtige Beobachtungen sollten direkt an unser Ordnungsamt gemeldet werden.“ Auch die Polizei sei eingeschaltet.und Simone Prenzel

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