Der Schmöllner Mutzbratenpapst, der auch die Mutzbratenmeisterschaft aus der Taufe hob, hat sich seinen nächsten kulinarischen Traum erfüllt. Seit der Premiere der Meisterschaft gehört nun auch ein eigens entwickelter Mutzbratenschnaps zum Gesamtpaket. Und der kommt bei den Besuchern offenbar hervorragend an. „Ich habe von allen nur positive Rückmeldungen bekommen“, sagt Schakaleski zufrieden. Selbst Freunde hätten den neuen Tropfen verkostet und seien voll des Lobes gewesen. Für die Umsetzung holte sich Schakaleski keinen Geringeren als Axel Erler ins Boot. Der Biochemiker und Inhaber der Triller-Hofmanufaktur in Plottendorf hat sich mit handgefertigten Spirituosen längst einen Namen gemacht. Seine Produkte wurden bereits mehrfach bei internationalen Wettbewerben ausgezeichnet.
Als die Anfrage aus Schmölln kam, musste Erler nicht lange überlegen. „Es ist ein sehr großer Anreiz, etwas für die Region zu machen“, sagt er. Die Zeit allerdings wurde zum größten Gegner. Nur wenige Monate blieben, um einen völlig neuen Kräuterschnaps zu entwickeln. Normalerweise dauert ein solcher Prozess deutlich länger.
Doch wer André Schakaleski kennt, weiß: Aufgeben gehört nicht zu seinem Wortschatz. Wenn der Mutzbratenpapst eine Idee hat, verfolgt er sie mit einer Beharrlichkeit, der sich nur wenige entziehen können. Pünktlich zur ersten Mutzbratenmeisterschaft musste der neue Schnaps fertig sein.
Dabei war von Anfang an klar: Der Schnaps sollte keinesfalls wie gegrilltes Schweinefleisch schmecken. „Für mich war wichtig, dass der Schnaps nicht nach Mutzbraten schmeckt“, erklärt Axel Erler. Schließlich soll der Kräuterbrand nach einem deftigen Essen mit 250 Gramm Mutzbraten, Sauerkraut und Brot den Abschluss bilden. Die Verdauung unterstützen und trotzdem angenehm leicht wirken.
Ganz ohne Mutzbraten geht es aber natürlich nicht. Die typischen Aromen mussten sich auf jeden Fall im Glas wiederfinden. Majoran, Birkenaroma, feine Pfeffernoten, eine dezente Salzigkeit und ein Hauch Rauchigkeit prägen den Geschmack. Wie Erler diese ungewöhnliche Kombination in Einklang gebracht hat, bleibt allerdings sein Betriebsgeheimnis. So viel verrät der Brennmeister: Alle Geschmacks- und Geruchsnoten finden sich auf dem eigens gestalteten Etikett wieder.
Dass sich die monatelange Tüftelei tatsächlich gelohnt hat, zeigt ein Blick auf die Verkaufszahlen. Bereits wenige Tage nach der Premiere sind viele Flaschen vergriffen. „Wir sind nahezu ausverkauft. Der neue Schnaps ist sehr gut angekommen“, sagt Erler.
Angeboten wird der destillierte Kräuterschnaps in zwei Varianten. Auf Festen gibt es den kleinen „Schlucki“ in der 2-cl-Flasche, der liebevoll auf den Namen „Mutzi“ hört und natürlich perfekt zum Mutzbraten passt. Wer ihn mit nach Hause nehmen möchte, kann den klaren Brand auch in den hochwertigen 500-ml-Flaschen der Triller-Hofmanufaktur erwerben.
Der Mutzbraten ist längst mehr als eine regionale Spezialität. Mit der Mutzbratenmeisterschaft hat Schmölln dem Traditionsgericht eine neue Bühne gegeben. Nun bekommt die Erfolgsgeschichte ihre flüssige Fortsetzung.
Der neue Mutzbratenschnaps verbindet regionale Zutaten, handwerkliche Brennkunst und die Leidenschaft zweier Männer, die ihre Heimat kulinarisch weiterentwickeln wollen. Viel spricht dafür, dass der „Mutzi“ künftig genauso selbstverständlich zum Mutzbraten gehören könnte wie Sauerkraut, Brot und Altenburger Senf. Und wenn die erste Auflage schon beinahe ausverkauft ist, dürfte eines sicher sein: Bei der nächsten Mutzbratenmeisterschaft werden wohl deutlich mehr Flaschen bereitstehen müssen.
und Heiko Stets