Der Hof hinter der Brüderkirche trägt in diesem Jahr über 30 ehrenamtlich organisierte Veranstaltungen. Hier begegnen sich Menschen, die sonst kaum in Kontakt kämen. Der Ort wirkt gegen Einsamkeit und Vorurteile und stärkt eine vielfältige Stadtgesellschaft. Zwischen den Veranstaltungen aber fällt er zurück in Unscheinbarkeit – jede Nutzung beginnt neu mit Kabeln, Tischen und Improvisation.
Die künstlerische Residenz setzt genau hier an: Aus einem flüchtigen Veranstaltungsort soll eine ablesbare räumliche Struktur werden. Ein weithin sichtbares Zeichen, das aufmerksam macht. Eine markante Bar, eine Bühne, offene Tore alter Garagen für Werkstatt und Popup-Café. Ein Ort, der von außen beständig erkennbar ist, neugierig macht und zum Bleiben einlädt.
Martin Fink lebt und arbeitet in Erfurt. Er studierte Freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar und schloss dort den Master „Public Art and New Artistic Strategies“ ab – ein Feld, in dem Kunst nicht im Ausstellungsraum bleibt, sondern in gebaute und soziale Zusammenhänge eingreift. Seine Arbeiten waren unter anderem in der ACC Galerie Weimar, in Belfast, Mostar und Belo Horizonte zu sehen; 2016 erhielt er das Landesstipendium des Freistaats Thüringen, 2022 wurde eine seiner Videoarbeiten von der Bundeskunstsammlung angekauft.
Nun ist er in Altenburg zu Gast – und lädt ein, ihm über die Schulter zu schauen oder zur Hand zu gehen. Mit dem jeweils eigenen individuellen Stil natürlich: Gearbeitet wird im Sinne der Umbaukultur – öffentlich, nachhaltig und gemeinschaftlich. Aktuell läuft noch ein Workshop: Am Donnerstag, 20. August, wird das Ergebnis im Hofsalon gefeiert.