Schmölln.
Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und das Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus realisieren derzeit gemeinsam mit der Agentur FUNKHAUS ost das Geschichtsprojekt „Widerstand. Hörgeschichten aus Thüringen 1939–1945“.Seit dem 8. Mai ist das Projekt öffentlich zugänglich. Ziel ist es, die Zeit des Nationalsozialismus in Thüringen niederschwellig und differenziert zu vermitteln. Im Mittelpunkt stehen zwölf Hörgeschichten aus verschiedenen Orten – eine davon aus Schmölln. Sie erzählen von Widerstand und Solidarität während des Zweiten Weltkriegs. Die Geschichte aus Schmölln zeigt, wie drei deutsche Frauen drei hungrige polnische Zwangsarbeiter mit Lebensmitteln versorgten.
Die Folgen waren dramatisch: Alle Beteiligten wurden festgenommen. Die drei polnischen Männer wurden später erschossen. Die drei Frauen wurden öffentlich auf dem Schmöllner Marktplatz gedemütigt und anschließend in ein Konzentrationslager gebracht. Heute erinnert eine Plakette auf dem Markt an die drei Frauen.
Die zwölf Hörgeschichten sind im Internet unter
www.museum-zwangsarbeit.de zu finden oder können im Rahmen von Installationen in Weimar und Nordhausen erlebt werden.