Die Fachgutachterin Anja Rohland von der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg e. V. hatte die Sanierungsmaßnahme im vergangenen Jahr begleitet. Sie hatte unter anderem dafür gesorgt, dass die Löcher in der Turmfassade von den Sanierungsarbeiten unberührt blieben, damit die Nist- und Brutplätze der Dohlen und Mauersegler nicht zerstört werden und die Vögel sich trotz der Baumaßnahme ansiedeln können. Auch Fledermäuse sind potenzielle Nutzer solcher Löcher und halten darin gern Winterschlaf. Gefunden oder beobachtet hatte Anja Rohland diese aber nicht.
In der Dokumentation ihrer Beobachtungen aus dem Jahr 2024 hatte sie neben zahlreichen Mauerseglern auch ein Dohlenpaar aufgezeichnet. Mittlerweile ist von drei bis vier Paaren auszugehen. Ein deutliches Zeichen, dass sich die Tiere hier wohlfühlen. Der Bestand der Mauersegler ist in Deutschland rückläufig. Sie stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Als ehemalige Felsenbrüter bauen sie ihre Nestmulden gern in Hohlräumen im Mauerwerk von Gebäuden. Es ist daher besonders relevant, dass bei Sanierungsarbeiten die Nistmöglichkeiten für die Mauersegler nicht verloren gehen.
Neben der Sanierung des Burgfrieds hat die Burg Posterstein einen neuen Anbau erhalten – die Grundsteinlegung für den Nordflügel war Ende 2023. Der Innenausbau soll in diesem Jahr weitergehen. Teil des Anbaus ist eine nach Norden liegende Fensterfront bestehend aus drei großen Panoramafenstern, die einen tollen Blick auf Posterstein ermöglichen. Bei einem Vororttermin mit dem Bauherren, vertreten durch den Fachbereich Bildung und Infrastruktur, der unteren Naturschutzbehörde, der Staatlichen Vogelschutzwarte Seebach und den „Burgherren“ Klaus und Marlene Hofmann wurde die Verglasung aus Vogelschutzsicht besprochen. .