Ein Radiostudio, eine Liveband, laufende Magnettonbänder: Drei Moderatorinnen führen durch ein buntes Programm einer unterhaltsamen Radioshow. Doch plötzlich gerät der Sendebetrieb aus dem Takt. Bänder reißen, unerwartete Stimmen drängen ins Programm, Käfer krabbeln durchs Bild.
Was zunächst wie eine technische Panne erscheint, wird zum willkommenen Störsignal. Die Bühne samt Publikum wird dabei selbst zum Radiostudio: Zwischen inszeniertem Staatsfunk und heimlich mitgeschnittenem Rock’n’Roll drängen sich unerwartet Bilder auf. Und mittendrin die Bugs, die ihren eigenen Gesetzen folgen ... Der Hintergrund des Stücks: In der DDR gab es einst den „Asozialitätsparagraphen“, § 249 im Strafgesetzbuch. Und mit diesem ließen sich all jene bestrafen, deren Lebensweise nicht den staatlichen Vorstellungen vom „sozialistischen Menschenbild“ entsprach.
Betroffen waren unter anderem Menschen ohne festen Arbeitsplatz, Wohnungslose, alleinerziehende Frauen, unangepasste Jugendliche ... bis heute sind die Geschichten der Betroffenen eher wenig bekannt. „The Bug“ will sie hör- und sichtbar machen. Und versteht sich dabei nicht als abgeschlossene Erzählung; Austausch nach dem letzten Vorhang inklusive.
Nach der Premiere am 24. Oktober um 19 Uhr im OFT Völkerfreundschaft finden zwei weitere Vorstellungen am gleichen Ort statt – so am Sonntag, 25. Oktober, um 15 Uhr und als Schulvorstellung am Montag, 26. Oktober, ab 11 Uhr. Danach geht das Stück auf Tour nach Döbeln und Halle. und red./jwInfos: www.westfluegel.de