„Wir haben das in den ersten zehn Minuten gut gemacht, dann haben wir uns wieder von einigen Fehlern runterziehen lassen und einfache Gegentore kassiert. Da müssen wir einfach ruhiger weiterspielen und unsere Chancen nutzen, aber das ist Teil unserer Entwickelung“, sagte Trainer Erik Töpfer nach dem Spiel: „Am Ende waren die Köpfe bei dem klaren Rückstand freier, da haben wir gezeigt, was wir können. Das wünsche ich mir über 60 Minuten. Im Abwehrspiel können wir mithalten, vorn leisten wir uns immer noch zu viele Fehler. Da müssen wir reifer werden.“
Mehr als 800 Zuschauer – darunter 50 Leipziger Erstsemester-Studenten mit Freikarten – sahen zu Beginn eine konzentriert spielende HCL-Mannschaft, die mit dem erfahrenen Gästeteam aus Baden-Württemberg auf Augenhöhe spielte. Bis zum 5:5 (10. Minute) lieferten sich beide Mannschaften ein ausgeglichenes Spiel, dann leisteten sich die Leipzigerinnen einige leichte Fehlpässe, die zu einfachen Gegentoren führten. In der Offensive kamen sie außerdem nicht mehr so zum Zuge, wie noch in der Anfangsphase. Und wenn doch mal ein Ball durchkam, scheiterten die HCL-Spielerinnen gleich mehrere Male an Metzingens Torhüterin Sara Suba. Hinzu kam, dass Emily Theilig mit einer Gehirnerschütterung vom Feld musste. So wuchs der Rückstand schnell auf sechs Tore an (8:14/27. Minute), den die Gastgeberinnen bis zur Halbzeitpause noch auf vier Tore zum 11:15 verkürzen konnten.
Angesichts dieses starken Schlussspurts in der ersten Halbzeit kam die Leipzigerinnen mit viel Selbstvertrauen aus der Pause. Jasmin Eckart mit dem schnellen Treffer zum 12:15 und Torhüterin Aleksandra Orowicz mit zwei Paraden sorgten für neue Hoffnung im Kampf um die ersten Punkte der Saison. Weitere gute Chancen konnten jedoch nicht genutzt werden, weil die Durchschlagskraft in der Offensive fehlte. So wuchs der Rückstand in der Folgezeit immer weiter an. Mitte der zweiten Halbzeit nutzten die HCL-Spielerinnen endlich wieder einige Lücken in der Metzingen Defensive, kassierten aber auch zahlreiche schnelle Gegentore. Spätestens beim Stand von 19:30 (50. Minute) war das Spiel vorentschieden.
Anstatt angesichts der drohenden deutlichen Niederlage die Köpfe hängen zu lassen, spielten die Gastgeberinnen nun plötzlich befreit auf. Mit mutigen Spielzügen und einer starken Defensive starteten sie eine tolle Aufholjagd – sehr zur Begeisterung der Zuschauer. Mit 8:2 konnten die Leipzigerinnen die letzten zehn Minuten deutlich gewinnen. Auch wenn am Ende eine 27:32-Niederlage stand, sollten gerade diese letzten zehn Minuten Mut machen. Wenn es gelingt, diese Leistung über ein ganzes Spiel abzurufen, dürften die ersten Punkte der Saison nicht mehr lange auf sich warten lassen. und A. WendtWeiter geht es für die HCL-Handballerinnen am kommenden Mittwoch (14. Oktober, Anwurf: 19 Uhr) mit dem schweren Gastspiel beim aktuellen Deutschen Meister HSG Blomberg-Lippe.