Die berühmte hebräische Handschrift aus dem frühen 14. Jahrhundert ist jüdisches Kulturerbe der Superlative: Das gewaltige, zweibändige Manuskript enthält die Gebete und Gesänge für die jüdischen Festtage und ist reich mit kostbarer Buchmalerei geschmückt. „Das gewaltige Format der zweibändigen, auf Pergament geschriebenen Handschrift, die erlesene Kalligraphie und die reiche Ausmalung mit kostbaren Deckfarben und Gold zeugen vom Reichtum des Auftraggebers und dem repräsentativen Anspruch dieses Buches“, erläutert Ausstellungskurator Dr. Christoph Mackert.
Bemerkenswert an diesem Ausstellungs-Comeback nach 17 Jahren: Woche für Woche werden sechs jeweils neue Doppelseiten gezeigt; umgeblättert wird dabei jeweils am Donnerstag. Dabei ist höchste Vorsicht angesagt: 2005 hatte sich gezeigt, dass sich die Farbschichten der Buchmalerei abzulösen drohten.
Die Malerei wurde daraufhin von einer führenden konservatorischen Spezialistin aufwendig gesichert. Da jedes Wenden der großformatigen und schweren Pergamentblätter die Malschichten erneut lockern kann, wird die wertvolle Handschrift nur noch in Ausnahmefällen gezeigt.
Sehen kann man den Leipziger Machsor bei freiem Eintritt und täglich von 10 bis 18 Uhr in der Bibliotheca Albertina. Zur Finissage am 25. Oktober ist ab 16 Uhr Katrin Kogman-Appel, Humboldt-Professorin für Jüdische Studien der Universität Münster und eine der international renommiertesten Expertinnen für hebräische Handschriften, zu Gast: Sie erzählt im Gespräch mit Dr. Christoph Mackert von ihren Forschungen zum Leipziger Machsor und erläutert, was die singuläre Besonderheit dieses Manuskripts ausmacht. und red./jwInfos: www.ub.uni-leipzig.de