Zehn ausgewählte Inszenierungen aus Deutschland sind dann am Start Jeweils fünf Produktionen richten sich an ein Publikum ab null Jahren und an ein Publikum ab zwölf Jahren. Ziel ist, möglichst unterschiedliche Theaterformen einzuladen. Neben Produktionen für Bühnen oder andere Räume sind mobile oder digitale Produktionen, aber auch Unerwartetes und Überraschendes willkommen.
„Ein Glücksding“ ist nach Einschätzung des Festivals so ein Stück: Entstanden ist es als TDJW-Auftragswerk zur Eröffnung der Spielzeit 2025/2026 unter der neuen Intendanz von Miriam Tscholl. Autorin Lena Gorelik hat aus historischen Zeitzeugnisse des Zweiten Weltkriegs und aus Interviews mit Menschen aus der Ukraine, die heute in Kyjiws Partnerstadt Leipzig leben, ein berührendes Puppenspiel gemacht – in der Regie von Martina van Boxen macht es die deutsch-ukrainische Erinnerungskultur zum Thema für ein junges Publikum. Zwei Jungen, zwei Geschichten aus Gegenwart und Vergangenheit: Juri lebt heute in Leipzig, geflohen vor dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Sein Gegenüber Motja erlebt 1941 den Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Kyjiw und kommt im Massaker von Babyn Jar ums Leben. Die Leidenschaft des Zeichnens verbindet die beide Teenager über 80 Jahre hinweg, ebenso wie die Frage, wie Vergangenes ins Heute wirkt. „Wir freuen uns sehr über die Einladung. Sie ist für uns ein wichtiges Zeichen für die thematische Relevanz und Aktualität des Stücks. Gerade im Jubiläumsjahr ist diese Anerkennung für uns von besonderer Bedeutung und unterstreicht, wie wichtig es ist, sich mit Fragen von Erinnerung und Geschichte auseinanderzusetzen. Ich finde, jede Schulklasse sollte das Stück gesehen haben!“, so die erste Reaktion von Miriam Tscholl, Intendantin des TDJW.
Infos: www.tdjw.de