Wilhelm Wolfsohn war ein jüdischer Student aus Odessa, dessen Leidenschaft neben der deutschen und russischen Literatur dem Schicksal seiner Glaubensgenossen galt. Wie sich Fontane im Alter erinnerte, hatte der damals Zwanzigjährige sogar „schon allerhand ediert, unter andern ein Taschenbuch, das, unglaublich, aber wahr, eine Art christlich-jüdische Religionsunion anstrebte.“ Das war als Inhaltsangabe von „Jeschurun“ zwar nicht ganz korrekt, aber die in dem Band enthaltenen „Schilderungen und Anklänge aus dem Leben der Juden“ konfrontierten Fontane erstmals mit einem Thema, das ihn zeitlebens beschäftigen sollte. Darüber spricht der Londoner Historiker und Fontane-Kenner Dr. Rudolf Muhs in einer Veranstaltung des Fontane-Kreises Leipzig in der Stadtbibliothek am Mittwoch, 23. September, um 18 Uhr im Veranstaltungsraum „Huldreich Groß“.