Mal ein Stück DDR-Fernsehgeschichte erleben

Leipzig. Ein Stück DDR-Fernsehgeschichte steht am Freitag, 18. September, in der Auwaldstation Leipzig im Blickpunkt: Ab 19 Uhr stellt der Autor Michael Schuster das Buch „Der Staatsanwalt hat das Wort - Geschichten um eine Fernsehreihe“ vor.

Und er hat bei dieser Gelegenheit wirklich viel zu erzählen: Als 18-jähriger Aufnahmeleiterassistent war er dabei, als die 75. Folge der Reihe „Der Staatsanwalt hat das Wort“ in Berlin und Leipzig gedreht wurde. In der „Nachtpartie“ ging es um einen Fall, der sich Jahre zuvor in Leipzig wirklich ereignet hatte und der die Zuschauer in das für die DDR eher ungewöhnliche Milieu der kleinen und großen Glückspieler, der offiziellen Rennbahnwetten und der heimlich in Wohnungen veranstalteten Rouletteabende führte.

In seinem Buch beschäftigt sich Michael Schuster darüber hinaus mit der Fernseharbeit in der DDR und lässt seine Leser auch an der Entstehung der 75. Folge der Reihe „Der Staatsanwalt hat das Wort“ teilhaben. „Mir kam es von allem auch darauf an, Erinnerungen festzuhalten, von denen in ein paar Jahren nur noch wenige aus eigenem Erleben werden erzählen können. Es ist ja nicht mehr viel Produktionsmaterial da aus dieser Zeit und selbst von Horst Zaeskes 23 Staatsanwalt-Produktionen sind nur noch 13 erhalten, weil man schon zu DDR-Zeiten manche gelöscht hatte, um an das sonst nur für knappe Devisen auf dem kapitalistischen Markt zu beschaffende Magnetbandmaterial zu kommen“, sagt Michael Schuster.

Noch einmal an die Filmaufnahmen in Leipzig angesprochen erinnert sich der Autor sehr gern an die Zusammenarbeit mit dem Interhotel „Astoria“ und der Volkspolizei: „Während die Dreharbeiten in der Bar am helllichten Tag stattfanden, konnten wir in den Mädlerpassagen ganz in der Nähe nur in der Nacht drehen. Die Volkspolizei sperrte für uns nach 22 Uhr das gesamte Areal ab. Eine provisorische Garderobe und einen Raum für die Maskenbildner stellte uns das Interhotel „Astoria“ in Form von Gästezimmern zur Verfügung. Von dort aus wurden die Schauspieler dann mit einem Fahrzeug an den Drehort gebracht.“

Weitere Infos:

www.fas-luetzschena.de

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