Mehr Platz für Tricks
Titelgeschichte: Passend zu den Deutschen Skateboard Meisterschaften vom 3. bis 6. September in Leipzig gab’s dieser Tagen einen Spatenstich in Wiederitzsch / Leipzig bekommt einen neuen Skatepark

Und los geht’s: Mit dem ersten Spatenstich ist in diesen Tagen der Startschuss für den Skatepark Wiederitzsch gefallen – er entsteht bis Frühjahr 2027 auf der Grünfläche zwischen Alter Dübener Landstraße, Messeallee und Maximilianallee.Foto: Dirk Knofe
Leipzig. Leipzig wird zum Treffpunkt der deutschen Skateboard-Szene: Vom 3. bis 6. September findet am Heizhaus in Grünau die offizielle Deutsche Skateboard-Meisterschaft statt. In den Disziplinen Street und Park treten die besten Fahrerinnen und Fahrer des Landes gegeneinander an.

Und das wird spektakulär: Bei „Street“ nutzen die Skater Hindernisse wie Treppen, Geländer oder Mauern für ihre Tricks. Im „Park“ geht es dagegen auf speziell geformte Rampen, Schalen und Wellen auf und ab. Dazu kommen Skate-Sessions und weitere Aktionen an verschiedenen Orten in der Stadt. Ach ja: Die Wettkämpfe (die am Samstag, 5. September, ab 10.30 Uhr und Sonntag, 6. September, ab 11 Uhr über die Bühne gehen) und Side-Events können kostenlos besucht werden.

Und Leipzig will sich als Skateboard-Hotspot nachhaltig etablieren: Während die Szene in Grünau bald um deutsche Meistertitel fährt, bekommt sie im Leipziger Norden künftig ebenfalls mehr Platz. In Wiederitzsch haben die Bauarbeiten für einen neuen Skatepark begonnen.

Auf rund 2600 Quadratmetern soll an der Alten Dübener Landstraße nahe der Neuen Messe ein neuer Treffpunkt für Skate und andere Rollsportler entstehen. Bis zum Frühjahr 2027 soll die Anlage fertig sein. Rund eine Million Euro kostet das Projekt, das über das städtische Nordraum-Sofortprogramm finanziert wird.

Der Baubeginn wurde am 19.August mit einem symbolischen Spatenstich gefeiert. Sportbürgermeister Heiko Rosenthal, Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke und Wiederitzschs Ortsvorsteher Stefan Artmann leiteten dafür gemeinsam den Baustart ein. Auch Vertreter des Amts für Stadtgrün und Gewässer, des Jugend- und Kulturzentrums Heizhaus und der ausführenden Baufirma waren dabei. Für Artmann ist der Moment ein ganz besonderer: Vor sechs Jahren entstand die Idee gemeinsam mit seinen Kindern am Küchentisch. Nun rollen tatsächlich die Bagger an.

Und die sollen einiges zu tun bekommen. Geplant ist kein kleiner Platz mit ein paar Rampen, sondern ein sogenannter Street-Flowpark. Dahinter steckt eine Anlage, bei der die verschiedenen Elemente so miteinander verbunden sind, dass Skater möglichst flüssig von einem Abschnitt zum nächsten fahren können. Auf rund 950 Quadratmeter entsteht so ein Rundkurs, auf dem sowohl Anfänger ihre ersten Runden drehen als auch erfahrene Fahrer neue Tricks ausprobieren können. Für den nötigen Schwung sorgt unter anderem die sogenannte Pumptrack. Wellen und kleine Höhenunterschiede im Boden ermöglichen es, allein durch die eigene Körperbewegung Geschwindigkeit aufzunehmen. Wer mehr Action sucht, kann sich an der Jumpbox in die Luft wagen oder beim Wallride eine schräge Wand entlangfahren. Gerade diese Mischung aus verschiedenen Fahrmöglichkeiten soll den Park für unterschiedliche Könnensstufen interessant machen. Einfach wird der Bau allerdings nicht, denn besonders die aufwendigen Betonarbeiten gelten als Herausforderung.

Dass die Anlage nicht einfach am Schreibtisch geplant wurde, zeigt der lange Beteiligungsprozess. Skater und andere Rollsportler konnten ihren Wünsche in mehreren Workshops einbringen. Dabei ging es auch darum, unterschiedliche Fahrstile und Leistungsniveaus zu berücksichtigen. Der Standort an der Neuen Messe ist zwar für viele Leipziger etwas weiter draußen, dafür bietet die große Fläche viel Platz für verschiedene Bereiche.

Auch wer nach einer Runde auf dem Board lieber zuschaut, soll sich wohlfühlen. Sitzmöglichkeiten, neue Bäume, Sträucher, Blühstauden und Trockenmauern sollen die Anlage in die Grünfläche einfügen. Insgesamt 31 neue Bäume und rund 250 Quadratmeter Strauchpflanzungen vorhergesehen. So soll in Wiederitzsch nicht nur ein Ort zum Skaten entstehen, sondern ein Treffpunkt für den Leipziger Norden. Dass Leipzigs Skate-Szene einiges zu bieten hat, wird Anfang September bei der Deutschen Meisterschaft sichtbar. In Wiederitzsch ist derzeit vor allem nur Erde zu sehen. Wenn alles nach Plan läuft, dürften im kommenden Frühjahr dort allerdings ganz andere Geräusche zu hören sein: Rollen auf Beton, Gespräche und vielleicht der ein oder andere gelungene Trick. und Julian Sadowsky

Infos zur Deutschen ­Skateboard-Meisterschaft:

www.heizhaus-leipzig.de/

projekt/deutsche-skateboard-meisterschaft

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