„So kommt nicht nur Licht ins Dunkel des Denkmalsinneren, sondern wir richten den Scheinwerfer auch stärker auf das erweiterte Erlebnis und tiefere Verständnis des beeindruckenden Giganten“, erklärt Dr. Anselm Hartinger, Geschäftsführer der Stiftung Völkerschlachtdenkmal: „Und wenn es angesichts von mehr als 300 000 Besuchenden pro Jahr im heißen Sommer einmal etwas eng werden sollte auf den schmalen Treppen oben an der Plattform, dann bieten die neuerschlossenen Flächen im schattigen Denkmalskörper genügend Raum für ein erkenntnisreiches Atemholen.“
Zu den neuen Highlight-Objekten der Ausstellung zählen der Apelstein Nr. 42 sowie der Kranz und eine Schrifttafel eines Österreicher-Denkmals. Der 1863 errichtete Apelstein trägt eine verwitterte Inschrift, die ursprünglich der Erstürmung Leipzigs durch preußische Truppen am 19. Oktober 1813 gedachte. Der ausgestellte Kranz und die Tafel stammen vermutlich vom 1913 errichteten Österreicher-Denkmal im Leipziger Stadtteil Kleinzschocher und waren den „gefallenen Helden“ der österreichischen Armee gewidmet.
Die Ausstellung zeichnet nach, wie bereits Zeitgenossen der Völkerschlacht von 1813 – seinerzeit die größte Feldschlacht der Geschichte – ein angemessenes Erinnerungszeichen forderten, wie jahrzehntelang politisches Desinteresse und fehlende Mittel entsprechende Pläne scheitern ließen und wie ab 1898 der Deutsche Patriotenbund schließlich mit dem Bau des heutigen Monuments begann. Zur Einweihung 1913, dem 100. Jahrestag der Schlacht, entstand das damals größte Denkmalsbauwerk Europas.
Die Fundamentausstellung beleuchtet zudem die wechselhafte politische Bedeutung des Bauwerks: von seiner ursprünglichen Funktion als Symbol kaisertreuer Identifikation über seine Rolle als Sinnbild einer autoritären Gegenposition zur Weimarer Republik bis hin zu seiner Umdeutung in der DDR als Ort der Traditionspflege der Nationalen Volksarmee. Ergänzt wird dies durch Informationen zur umfassenden Sanierung des Monuments seit 2003, bei der rund 32 Millionen Euro investiert wurden, um Kriegsschäden, Witterungsschäden und veraltete technische Infrastruktur zu beheben.
Die Öffnung von Fundament und Sockel wurde möglich durch umfangreiche Umbaumaßnahmen, die rund ein Jahr in Anspruch nahmen. Kernstück der baulichen Veränderungen ist die Installation eines zweiten Fluchtwegs in Form einer Metalltreppe, die die sicherheitstechnischen Voraussetzungen für den freien Zugang schafft. Mit der Öffnung können Besucherinnen und Besucher künftig eigenständig und ohne zeitliche Bindung an Führungstermine einen der meistnachgefragten Bereiche des Denkmals erkunden. und red.Infos: www.stiftung-
voelkerschlachtdenkmal-
leipzig.de