Jochen Fiedler wird 90: Ausstellung im Alten Rathaus
Der Künstler hat Leipzig mit seinen Plakaten geprägt wie kaum ein anderer – jetzt ehrt ihn das Stadtgeschichtliche Museum mit einer Ausstellung

Künstler Jochen Fiedler vor seinem 2025 geschaffenen Werk zu Margot Friedländer im Alten Rathaus des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig.Foto. Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Leipzig. Ein Plakat, das stumm schreit. Eine Linie, die mehr sagt als tausend Worte. Jochen Fiedler beherrscht diese Kunst seit Jahrzehnten – und er hat noch lange nicht aufgehört. Am 12. Juli wird der Leipziger Grafiker 90 Jahre alt. Gefeiert wird mit einer Ausstellung, die zeigt: Der Mann hat nichts von seiner Schärfe verloren.

Noch bis 6. September präsentiert das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig unter dem Titel „Akzidenzen und Plakate“ Werke Fiedlers im zweiten Obergeschoss des Alten Rathauses. Keine Retrospektive, kein müdes Lebenswerk-Resümee – sondern aktuelle Arbeiten, ausgewählt vom Künstler selbst. Pointiert, ausdrucksstark, zeitkritisch. So wie es Fiedler immer war.

Geboren 1936 im schlesischen Bunzlau, lernte er das Handwerk in der Görlitzer Konsum-Genossenschaft, studierte dann in Berlin-Oberschöneweide. 1961 ließ er sich in Leipzig nieder – und blieb. Seither prägt er das Stadtbild mit einer Bildsprache, die unverwechselbar ist: ob für Oper, Zoo oder gesellschaftliche Anliegen. An der Burg Giebichenstein in Halle gab er sein Wissen zwei Jahrzehnte lang weiter, gemeinsam mit seiner Frau, der Grafikerin Jutta Damm-Fiedler, verantwortete er das Gesicht der Oper Leipzig unter Udo Zimmermann.

Doch Fiedler blieb nie im Gestern stehen. 2011 gründete er plakat-sozial e.V. – einen Verein, der Plakat­kunst als politisches Werkzeug begreift und international bekannte Künstlerinnen und Künstler zusammenbringt, die Haltung zeigen .

Der Eintritt ist frei, geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.

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