Es geht anno 2026 um die Kunst des Austauschs – eben so, wie sie in der Musik von Johann Sebastian Bach bis heute lebendig ist. Stimmen, die miteinander reden, sich widersprechen, trennen und doch stets zur rechten Zeit wieder zusammenfinden. Und folgerichtig ist es diesmal die weltweite Bach-Community selbst, die ein Herzstück des Bachfest-Programms mitgestaltet hat. Es geht um die Top 50 der beliebtesten Kantaten des genialen Komponisten, die in einer mehrmonatigen Online-Abstimmungen gefunden wurde – und die nun in zwölf Konzerten live gespielt wird. Von Stars der internationalen Bach-Szene wie Philippe Herreweghe, John Eliot Gardiner und Ton Koopman, wohlgemerkt.
Eine schöne Tradition ist hingegen inzwischen die „BachStage“ auf dem Markt – die geht in diesem Jahr in die dritte Runde, fühlt sich aber längst an wie ein fest etablierter Bestandteil des Bachfestes. Weil sie eben diesen gewünschten Dialog ermöglicht und dies über viele Grenzen hinweg – musikalisch ebenso wie mit Blick auf jene Menschen, die mit dem Thema Johann Sebastian Bach erst mal nicht sooo viel anfangen können. Denn hier bietet man Musik ohne Hemmschwellen: Unter freiem Himmel, ohne Eintritt und obendrein auch ohne Scheuklappen – was schon am ersten Abend deutlich wird.
Denn am Freitag, 12. Juni, ist nach der offiziellen Eröffnung um 19 Uhr das WVC Jazz Ensemble zu Gast: Es präsentiert mit „Malayan Dialogues with Bach“ ein außergewöhnliches Programm, das Bach mit Popklängen sowie chinesischen und malaiischen Klassikern in neuen Jazz-Arrangements verbindet. Und so bunt und abwechslungsreich geht es bis Sonntag, 14. Juni, weiter: Da kann man hören, wie sich Jordan Rudess – seines Zeichens Keyboarder der Prog-Metal-Legenden Dream Theater – sich dem Thema Bach nähert, während sich bei Stephan König barocke Musik und moderner Jazz verbindet. Ebenfalls ein echtes Highlight auf der „BachStage“ markiert den Abschluss am Sonntagabend: In der „Jazzmesse“ von David Timm verbinden sich Jazz, Rock, Pop und klassische Elemente zu einem eindrucksvollen musikalischen Erlebnis verbinden, mit dem zugleich das 100-jährige Jubiläum des Leipziger Universitätschor gefeiert wird.
„Im Dialog“ – dieses Festivalmotto 2026 lädt natürlich auch zum Mitmachen ein. Und deshalb bietet sich auch eine Neuauflage des „We Are Family-Chores“ an: Begeisterten Laienchorsängerinnen und -sängern aus aller Welt gibt man die Chance, einmal selbst in der Thomaskirche aufzutreten – diesmal am Samstag, 20. Juni, ab 15 Uhr zusammen mit dem Lufthansa-Orchester und unter der Leitung von Rudolf Lutz. Ach ja: Das bekannte Info-Zelt zum Bachfest findet man dann auch wieder in der Petersstraße/Ecke Markt – da gibt’s an den Festivaltagen von 10 bis 20 Uhr neben Infos auch noch Tickets für eines der zahlreichen Konzerte. Ebenso wie beim Musikalienhandel Oelsner, in der Ticketgalerie, im Shop des Bach-Museums und natürlich online. und red./jwInfos: www.bachfestleipzig.de