Zum Beispiel die Zahl 1,4 Millionen: So viele Menschen haben im Jahr 2024 Veranstaltungen und Angebote der freien Szene in Leipzig besucht. Genauer gesagt waren es etwa 27 500 Events, auf denen sie zu Gast waren – so viele es nämlich im angegebenen Zeitraum. Macht dann unterm Strich stattliche 3800 Besucherinnen und Besucher, die an jedem einzelnen Tag im Durchschnitt jene Einrichtungen und Projekte besuchen, die von Kulturamt gefördert werden.
Nun ist eben diese Förderung auch gern mal ein Streitpunkt – und auch da gibt es spannende Hintergrund-Informationen: So habe das Zusammentragen der Daten gezeigt, dass anno 2024 jeder Euro der Kulturförderung zusätzlich weitere 3,20 Euro generiert hat – über Eigenmittel, Drittmittel oder zusätzliche öffentliche Förderung. Womit sich das Ganze zu einem ernstzunehmenden Wirtschaftsfaktor mausert: Allein die institutionell geförderten Einrichtungen der freien Szene erwirtschaften auf diese Weise ein Gesamtvolumen von rund 30 Millionen Euro.
Und dabei hat man die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung noch nicht mit eingerechnet – die wiederum aber offenbar viele Leipzigerinnen und Leipzigern durchaus bewusst ist. „Mehr als 70 Prozent der Leipzigerinnen und Leipziger halten die Angebote der Freien Szene für wichtig“, erklärt Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke und ergänzt: „Die Ergebnisse zeigen, was wir kulturpolitisch seit Jahren vertreten und verteidigen: Die freie Kunst- und Kulturszene ist ein Motor für gesellschaftlichen Zusammenhalt, prägt die Vielfalt und die Attraktivität dieser Stadt ganz entscheidend mit.“
Vor allem, weil der Begriff „freie Szene“ ein ganz schön dehnbarer ist und dies im höchst positiven Sinne: Das sind natürlich zum einen jene Clubs, Theater und Ensembles, an die man sofort denkt. Aber eben auch Stadtteilprojekte für jedermann und jedefrau, Ausstellungen, Literaturformate und soziokulturelle Angebote. Was dann jene Orte der Begegnung schafft, auf denen eine Gemeinschaft aufbaut. „Neue kulturelle Marktplätze einer vielfältigen Stadtgesellschaft“, so nennt dies die Stadtverwaltung.
Was folgt daraus? „Die Datenauswertung versteht sich zugleich als Beitrag zur Stärkung der freien Szene und soll auch in Zukunft fortgeführt werden.“ So heißt es in der Mitteilung aus dem Leipziger Rathaus – verbunden mit dem Hinweis, dass eine solche tiefer gehende Datenuntersuchung bundesweit nahezu einmalig sei. und red./jw