„Mit den GartenDiv-Tagen schaffen wir die Grundlage, um Veränderungen in der Artenzusammensetzung über die Zeit sichtbar zu machen“, erläutert Projektleiter Dr. Ingmar Staude vom Institut für Biologie der Universität Leipzig und dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv). Das Projekt wird gemeinsam mit dem Julius Kühn-Institut (JKI) – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, dem Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands und Flora Incognita umgesetzt. Die Beteiligten des Projektes GartenDiv wollen einen genaueren Überblick über die Vielfalt der Pflanzen in den Gärten der Republik bekommen.
Und ein Anfang ist gemacht: Seit dem Start im Mai 2025 sind 169 205 Beobachtungen in GartenDiv eingegangen. Es haben 2416 Gärtnerinnen und Gärtner eine Garten-ID erstellt, das heißt, ihre Daten sind anonym einem Garten zugeordnet. Es gibt Beobachtungen für 1930 Hausgärten, 413 Kleingärten, 63 Balkone und zehn sonstige Gartentypen wie beispielsweise Schulgärten. Erfasst sind bis dato 4458 Pflanzenarten in Gärten erfasst: 28 Prozent dieser Arten sind heimisch in Deutschland, 72 Prozent sind nicht heimisch.
Auf Basis des Feedbacks aus dem ersten Jahr haben die Forschenden mehrere Anpassungen vorgenommen. Dazu zählen unter anderem die Einführung von Abzeichen (Badges) sowie eine vereinfachte Erfassung und Zuordnung (Tagging) der Beobachtungen. Das Goldene Badge erhält man beispielsweise, sobald 100 Arten in einem Garten dokumentiert wurden. „Die Weiterentwicklungen greifen Rückmeldungen aus der Community auf, die unter anderem direkt über die App eingebracht wurden“, sagt der Projektleiter.
Im zweiten Projektjahr liegt der Fokus mit den (etwa vierwöchigen) GartenDiv-Tagen vor allem darauf, Gärten möglichst vollständig zu erfassen. Teilnehmende sollen dazu ermutigt werden, alle Pflanzen in ihrem Garten aufzunehmen, ausdrücklich auch Obst- und Gemüsepflanzen, Wildpflanzen, auch die unscheinbaren Kräuter und kleinen Pflanzen, die man leicht übersieht“, erklärt Dr. Ingmar Staude. Eine Teilnahme an dem Projekt ist natürlich auch ganzjährig möglich.
Ein Hintergrund der ganzen Sache: Die tatsächliche Biodiversität in deutschen Gärten ist bislang kaum erfasst. Ziel von GartenDiv ist es, diese Lücke zu schließen und das ökologische Potenzial von Gärten sichtbar zu machen. Das Projekt soll aber nicht nur wissenschaftliche Daten liefern, sondern auch die Umweltbildung fördern, indem es Menschen motiviert, sich mit den vielen Arten, die in einem Garten vorkommen können, auseinanderzusetzen. und red./jwInfos: www.floraincognita.de/gartendiv/