„Fotografien eröffnen einen besonderen Zugang zur Geschichte, weil sie nicht nur Fakten zeigen, sondern Dinge sichtbar machen, die in schriftlichen Quellen oft fehlen, etwa Atmosphären, Gesten oder Beziehungen. Bilder zeigen, wie Menschen lebten und machen Geschichte auf besondere Weise erfahrbar“, erklärt Dr. Michael Ruprecht, Direktor des Stadtarchivs, zu der neuen Ausstellung. Im Fokus stehen ausgewählte Aufnahmen aus dem umfangreichen Archiv der Leipziger Fotografin Silvia Hauptmann, die im Auftrag der Ephraim Carlebach Stiftung das jüdische Leben in Sachsen in den vergangenen 30 Jahren dokumentierte.
Mit großer Sensibilität und sicherem Gespür für Details hielt die Fotografin die zaghaften Anfänge und allmählichen Veränderungen der kleinen jüdischen Gemeinden nach 1990 fest und begleitete ihren Weg vom Neubeginn hin zu einer selbstbewussten und vielfältigen Präsenz in Sachsen. Vor allem aufgrund der Zuwanderung jüdischer Familien aus den Staaten der früheren Sowjetunion ist eine lebendige Gemeinschaft entstanden, die heute in der sächsischen Gesellschaft fest verankert ist.
Sehen kann man „Aufbruch und Tradition“ während der Öffnungszeiten im Stadtarchiv Leipzig. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
Infos: www.stadtarchiv-leipzig.de