Und der findet sich ganz am Ende der Dauerausstellung – aus gutem Grund: Man kann zum einen das Gesehene Revue passieren lassen und zum anderen auch eigene Geschichten erzählen. Bei „Leipzig Calling“ zum Beispiel, dem interaktiven Wandtelefon, an dem man seinen eigenen „Leipzig-Moment“ aufnehmen kann oder auch den Erzählungen anderer lauschen kann. Die Idee: Das Museum rausholen aus dem Wahrnehmung als „geschlossenes Ganzes“ und transformieren zum dynamischen Archiv vieler Stimmen aus der Stadtgesellschaft.
Dazu dienen auch die weiteren Stationen im „inter.archiv“ – die „Kartothek“, bei der Besucherinnen und Besucher Fragen wie „Welches Objekt hat Dich besonders beeindruckt?“ oder „In welcher Zeit in Leipzigs Geschichte würdest Du gern reisen?“ beantworten. Auf Karteikarten, wohlgemerkt, die sich dann zum öffentlichen und stetig wachsenden Mosaik hinter Plexiglas verbinden.
Die Station „Ansichtssache“ nutzt Magnetfiguren, um Meinungen zu gesellschaftlichen Utopien und Alltagsfragen sichtbar zu machen. Die Themen der Wand sind wandelbar und reagieren auf aktuelle Debatten. Die hängende Installation „Reflexionsfelder“ der Künstlerin Julia Benz aus dichroitischem Acrylglas bricht das Licht in wechselnde Farbspektren. Die Arbeit symbolisiert das Kernanliegen des Raums: Stadtgeschichte ist kein abgeschlossenes Ganzes, sondern entsteht erst im Zusammenspiel vieler, sich stetig verändernder Blickwinkel. Mit dem „inter.archiv“ setzt das Leipziger Kollektiv krudebude mit Kuratorinnen und Kuratoren die Kooperation mit dem Stadtgeschichtlichen Museum fort: Diese begann bereits mit der Intervention „Fehlt hier nicht was?!“ von 2023 bis 2025 in der Dauerausstellung. Charakteristisch ist der Fokus auf Teilhabe und die ästhetische Aufbereitung persönlicher Geschichten. und red./jwInfos:
www.stadtgeschichtliches-
museum-leipzig.de