So geht Urlaub heute
Tourismusexperte Peter Wolff beschäftigt sich in Leipzig mit den aktuellen Trends

Im Fachgespräch: Almut Boller, Geschäftsführerin des Hessischen Heilbäderverbandes, mit Peter Wolff in Leipzig.Foto: privat
Leipzig. Schon mal von „Noc-Tourism“ gehört? Gemeint ist der Nacht-Tourismus etwa zu den Polarlichtern, der immer mehr Menschen anzieht. Doch auch hierzulande kann man noch „die Nacht“ entdecken. Peter Wolff, Lehrbeauftragter der IU (International University) in Leipzig und Dresden, war früher auch mal „Hessens höchster Bürgermeister“ in Gersfeld in der Rhön mit der Wasserkuppe. Die Rhön ist in weiten Teilen Sternenpark. In Leipzig und Dresden führte er Studenten durch die Vorlesung „Aktuelle Themen und Trends im Tourismus“.

Als ehemaliger Bürgermeister des Kneipp-Heilbades Gersfeld war natürlich auch der Gesundheitstourimus ein Thema. Als Gast lud er sich dazu die Geschäftsführerin des Hessischen Heilbäderverbandes, Almut Boller, nach Leipzig, die über das Kurwesen im Zusammenhang mit dem Gesundheitstourismus referierte, das hier etwa in Bad Düben, Bad Lausick oder Bad Schmiedeberg von Bedeutung ist. Mit letzteren steht er über sein Ehrenamt in Kontakt: Er ist als „Pfarrer Kneipp“ bundesweit unterwegs und auch in der Bundesspitze des Kneipp-Bundes Deutschland aktiv. Exotisch muteten dann die Referate seiner Dualen Studierenden an, die beispielsweise die speziellen Ausprägungen des Medizin- oder Schönheitstourismus vorstellten. Ein weiterer Trend ist das Set-Jetting – auch wenn er nur eine Nische ausmacht: Hier reisen Touristinnen und Touristen an die Orte von Filmproduktionen.

Peter Wolff selbst konnte seinen Studierenden erzählen, dass er selbst solche Touristen als Gästerführer durch die Studios des MDR in Leipzig führt, in denen die Serie „In aller Freundschaft“ gedreht wird. Da war er auch schon mal als Komparse dabei. Zudem geht es in Führungen auch in den Leipziger Zoo – Schauplatz der Serie„Tierärztin Dr. Mertens“. Selbst Pilgerreisen waren Thema der Vorlesung: Nicht nur die Via Regia führt von Görlitz nach Leipzig, sondern auch der Jakobsweg.

Insgesamt lieferten die Vorlesungen interessante Ansatzpunkte, um die eigene Lokalität stärker im touristischen Angebot zu verankern. Auch wenn es jeweils nur Nischen sind, abseits der touristischen Ströme, die aber andererseits vielerorts zum „Over-Tourismus“ führen. Eine Chance für die Region und für Peter Wolff: Im Ehrenamt will er mit Kneipp-Venentreppen oder Kneipp-Ampeln in diesem Jahr noch die eine oder andere Facette im Gesundheitstourismus in Leipzig und Nordsachsen touristisch auf den Weg bringen. und red.
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