„Wir als SC DHfK Leipzig sind in tiefer Trauer. Der Tod von Prof. Dr. Dietmar Junker ist ein großer Verlust für unseren Verein und für den Radsport“, sagt SC DHfK-Präsident Bernd Merbitz und ergänzt: „ Was Professor Junker für unseren SC DHfK und den Radsport geleistet hat, ist bemerkenswert und dafür danken wir ihm zutiefst.“ 1942 geboren, hatte Dietmar Junker schon früh seine Leidenschaft für den Radsport entdeckt. Mit 14 Jahren kaufte er sich von seinem selbst ersparten Geld ein Rennrad. Die ersten Erfolge bei Rennen im Bezirk Rostock ließen nicht auf sich warten, sodass er es bis in die DDR-Jugendauswahl schaffte.
Mit 20 Jahren wechselte Junker zum SC DHfK Leipzig, um ein erfolgreicher Radsportler zu werden. Westverwandschaft ließ den Traum von einer erfolgreichen Radsport-Karriere jedoch platzen. Daraufhin verschrieb er sich vollkommen der Sportwissenschaft, begann sein Studium an der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK). „Er war einer der besten Studenten auf dem Gebiet des Radsports, durfte auf Lehrgänge der Nationalmannschaft in Vorbereitung auf die internationalen Friedensfahrten, Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele mitfahren“, sagt sein langjähriger Wegbegleiter Michael Schiffner, der selbst einige Jahre als SC DHfK-Sportler unter Junker trainierte.
In seiner Eigenschaft als „Radsport-Professor“ gingen in der Folge fast alle erfolgreichen Radsport-Trainer der DDR durch seine Schule, so auch Roland Hempel, jetziger Abteilungsleiter Radsport im SC DHfK: „Er war mein Mentor, ich habe viel von ihm gelernt und konnte das Wissen später als Trainer an meine Sportler weitergeben. Bei Problemen suchten wir mit seinen Ratschlägen immer gemeinsam eine Lösung, die fast immer positiv zur Entwicklung der jungen Radsportler führte.“
Nach der Wende wurde Dietmar Junker 1990 Präsident des wiedergegründeten Sächsischen Radfahrer Bundes und stand 15 Jahre an der Spitze des Landesverbandes. Außerdem baute er mit der Universum-Akademie ein Zentrum für Leistungsdiagnostik in Leipzig auf und betreute die besten Radsportler der Stadt Leipzig bis zum Profibereich. Zu seinen Schützlingen der letzten Jahre zählt auch Felix Groß, der dankbar zurückblickt: „Der Professor war für mich weit mehr als nur ein Trainer. Er hat mich nicht nur sportlich geprägt, sondern auch als Mensch begleitet, gefordert und unterstützt. Viele der Werte, die ich heute mit mir trage, gehen auf ihn zurück. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar. Ich erinnere mich an zahlreiche gemeinsame Momente an Trainingseinheiten, Gespräche und auch an die kleinen Augenblicke neben der Bahn, die mir immer in Erinnerung bleiben werden.“