Die Sprengung der Paulinerkirche zu Leipzig, auch Universitätskirche genannt, am 30. Mai 1968 ist vielen Christen bis heute in Erinnerung. Weniger bekannt ist, dass zwischen 1945 und 1988 auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone und der späteren DDR weitere 62 Gotteshäuser gesprengt wurden. Am stärksten betroffen waren Ost-Berlin mit 18 gesprengten Kirchen sowie die Bezirksstädte Dresden (zehn Kirchen), Magdeburg (ebenfalls zehn Kirchen) und Leipzig (acht Kirchen).
Holger Zürch hat Porträts dieser 63 Kirchen zusammengetragen und in der Dokumentation „Sakraler Phantomschmerz – Gesprengte Kirchen in der DDR“ vereint. Sein Ziel ist es, die Erinnerung an die abgerissenen Gotteshäuser wachzuhalten. In der Vorstellung stehen die politischen und gesellschaftlichen Umstände jener Zeit im Mittelpunkt, die er am Beispiel der acht gesprengten Kirchen in Leipzig erläutert.