Im Mittelpunkt steht die außergewöhnliche Lebensgeschichte von Irmi Selver, die 1906 als Irmgard Frank in eine wohlhabende jüdische Familie in Chemnitz geboren wurde. Gemeinsam mit ihrem ersten Ehemann, dem Chemnitzer Unternehmer und Kunstsammler Karl Goeritz, versucht sie, dem nationalsozialistischen Terror zu entkommen. Doch auf der Flucht ereignet sich eine Katastrophe: Durch ein Schiffsunglück verliert Irmi 1939 ihren Mann und ihre Kinder. Was folgt, ist ein Leben, das von unfassbarem Schmerz geprägt ist – und zugleich von bemerkenswerter Stärke.
Der 2021 entstandene Dokumentarfilm erzählt Irmis Geschichte anhand privater Archivaufnahmen und historischer Dokumente. Die Schauspielerin Hanna Schygulla leiht der Protagonistin ihre Stimme und führt die Zuschauerinnen und Zuschauer einfühlsam durch ein Schicksal, das stellvertretend für viele Lebenswege jüdischer Familien im 20. Jahrhundert steht. Gleichzeitig ist „Irmi“ weit mehr als ein Film über Verlust und Verfolgung: Er erzählt von Mut, Neuanfang und der Fähigkeit, trotz schwerster Schicksalsschläge Hoffnung zu bewahren.
Die Filmvorführung ist zugleich eine Vertiefung der aktuellen Sonderausstellung „Zwischen hübschen Streifen – Joachim Ringelnatz und die Familie Goeritz“, die noch bis Ende des Jahres im Ringelnatz-Geburtshaus zu sehen ist. Während die Ausstellung die Beziehungen zwischen Ringelnatz und der Familie Goeritz nachzeichnet, rückt der Dokumentarfilm eine einzelne Biografie in den Mittelpunkt. Dadurch wird Geschichte unmittelbar erfahrbar: Aus Namen und Daten werden Lebenswege, Hoffnungen und Verluste, die bis zum heutigen Tag berühren.
Infos: www.ringelnatz-verein.de/veranstaltungen/