„Ich lebe einfach für den Sport“
Svenson Hoppe spricht über die Faszination „Floorball“, seine vielen Funktionen beim MFBC Leipzig und die bevorstehende Weltmeisterschaft in Finnland

Als Kapitän will Svenson Hoppe das deutsche Team im Dezember in die „Top4" führen.Foto: PM
Leipzig. Bundesligaspieler, Trainer, Landesauswahltrainer: Svenson Hoppe ist beim MFBC Leipzig so etwas wie der „Mister Floorball“. Der 27-Jährige ist schließlich nicht nur mittendrin in seiner elften Saison im Bundesligateam, er steht auch als Trainer an der Seitenlinie – sowohl bei den Bundesliga-Frauen als auch bei den -Männern. In der vergangenen Saison führte Svenson Hoppe die Frauen zum Double-Gewinn aus Meisterschaft und Pokal. Bei den Männern, mit denen er in den vergangenen vier Jahren gleich dreimal das Finale um die Deutsche Meisterschaft erreichte, ist er nach dem Abschied von Erik Schuschwary aktuell als Spielertrainer im Einsatz. Wenn sich allerdings ein neuer Coach finden würde, würde der Verteidiger diesen Platz räumen. „Das Spielersein hat für mich aktuell ganz klar Priorität“, sagt Svenson Hoppe.

Seit September läuft die neue Saison – mit unterschiedlichen Zielen. „Mit den Frauen wollen wir ganz klar das Double aus Meisterschaft und Pokal verteidigen. Bei den Männern gab es im Sommer einen personellen Umbruch, da müssen wir uns erstmal ein bisschen sortieren. Unser Ziel ist es, neue junge Spieler in der Mannschaft zu integrieren und dann schauen wir mal, was am Ende der Saison rauskommt.“ Mit dem SC DHfK gibt es bei den Männern einen zweiten Erstligisten in der Stadt. Diese Konkurrenz pusht Svenson Hoppe und seine Mannschaft noch einmal zusätzlich. „Zwei Floorball-Bundesligisten gibt es in keiner anderen Stadt, damit hat Leipzig ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Vor allem die Derbys ziehen natürlich auch viele Zuschauer an.“

Als Landesauswahltrainer und Stützpunkttrainer weiblich kümmert sich Svenson Hoppe auch noch ganz intensiv um den Floorball-Nachwuchs. Wie bekommt man diese unterschiedlichen Positionen beim MFBC sowie das berufliche und private Leben eigentlich unter einen Hut? „Ich lebe einfach für den Sport. Oftmals sehe ich am Wochenende nur die Autobahn und die Halle. Aber glücklicherweise spielt meine Freundin im MFBC-Frauen-Team. Das macht für uns vieles leichter. Neben meinem Lehramtsstudium habe aktuell auch die Zeit für den Floorball“, erklärt er. Derzeit dreht sich seine gesamte Freizeit um den Floorball. Etwa 30 Stunden in der Woche beschäftigt sich Svenson Hoppe mit diesem Sport.

Er selbst ist durch ein Ganztagsangebot in der Grundschule in Schkeuditz frühzeitig zum Floorball gekommen. „Das hat mir sofort richtig Spaß gemacht, also bin ich dabeigeblieben und irgendwann auch in den Verein eingetreten“, erinnert sich der 27-Jährige an seine sportlichen Anfänge.

Parallel dazu spielte er einige Jahre Fußball, entschied sich aber irgendwann ganz für Floorball, weil ihn die Sportart von Anfang an faszinierte. „Floorball ist ein superschneller Sport. Hier werden Schussgeschwindigkeiten von 200 km/h erreicht. Einerseits geht es auf dem Feld schon mal hoch her, da kann es zwischen den Spielern auch schon mal krachen. Andererseits ist es aber auch ein sehr filigraner Sport. Dieser Gegensatz fasziniert mich. Hinzu kommt, dass der Zugang zum Floorball sehr einfach ist: einfach Hallenschuhe schnappen und los geht’s! Wer einmal dabei ist, bleibt auch dabei!“

Weil er frühzeitig sein großes Floorball-Talent offenbarte, kam Svenson Hoppe durch die Kooperation seines Judokan Schkeuditz 2000 e.V. mit dem MFBC in der U15 zu dem Leipziger Top-Verein. Hier schaffte der Verteidiger bereits mit 17 Jahren den Sprung in das Bundesligateam. Und gleich in seiner ersten Bundesligasaison 2016/17 absolvierte er zehn Spiele und erzielte dabei fünf Tore und bereitete zwei weitere vor. 2019 hatte Svenson Hoppe großen Anteil am bislang letzten Deutschen Meistertitel des Männerteams.

Nach zwei Jahren in der U19-Nationalmannschaft (2016/2017) schaffte er 2018 mit 19 Jahren den Sprung in die Männer-Nationalmannschaft. Auch hier ist er längst nicht mehr wegzudenken. Vor einigen Wochen wurde er für die Weltmeisterschaft im Dezember sogar zum Kapitän ernannt. „Das ist für mich eine ganz besondere Ehre“, sagt Svenson Hoppe, der beim MFBC das Trikot mit der Nummer 8 trägt. Vom 5. bis 13. Dezember will der Leipziger bei den Titelkämpfen im finnischen Tampere mit dem deutschen Team „die Top4“ ärgern, und peilt damit die historisch beste WM-Platzierung einer deutschen Mannschaft, die derzeit auf PLatz sieben der Weltrangliste steht, an. Die schafften die deutschen Floorballer bei den Weltmeisterschaften 2010 in der Schweiz, als sie Platz vier belegten. „Das deutsche Floorball und damit auch die Nationalmannschaft hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Wir sind dran an den Top4 Schweden, Finnland, Schweiz und Tschechien“, sagt der erfahrene Verteidiger, der bislang 60 Länderspiele absolviert hat.

Nun erlebt der heimatverbundene Sportler also seine zehnte Bundesliga-Saison im MFBC-Trikot. Kam da eigentlich mal der Gedanke an einen Vereinswechsel auf? „Es gab in der Vergangenheit mal ein paar Anfragen aus der Schweiz und aus Schweden. Das war für mich aber nie relevant, weil ich mich in Leipzig extrem wohl fühle. Das heißt aber nicht, dass es nicht irgendwann interessant wird. Mit 27 Jahren bin ich ja gerade im besten Sportleralter“, sagt er und erklärt, was den MFBC ausmacht: „Es ist ein unglaublich familiärer Verein. Jeder kennt Jeden, das ist in einer Randsportart unheimlich wichtig. Außerdem treibt der sportliche Erfolg natürlich zusätzlich an.“ Auch im Nachwuchs wird das Interesse am Spiel mit dem kleinen Plastik-Ball immer größer. „Nach Corona ging es steil bergauf. Wir bräuchten allerdings noch mehr Hallenzeiten“, so Svenson ­Hoppe. und Andreas Wendt

Weitere Informationen zum MFBC Leipzig gibt es unter www.floorball-mfbc.de





Druckansicht