Im Mittelpunkt steht ein einfacher, aber kraftvoller Gedanke: Jedes Kind kommt als neugieriger Entdecker zur Welt, voller Staunen, voller Mut und mit dem unerschütterlichen Glauben, dass alles möglich ist. Nitsche malt diese innere Haltung: Kinder in archetypischen Rollen – als Könige, die Verantwortung tragen; als Narren, die hinterfragen; als Matrosen, die aufbrechen in die Weite.
Seine Bilder bestechen durch leuchtende Farben und eine ganz eigene Lichtregie. Gelb steht für Sonne und Hoffnung, warme Töne erzeugen Geborgenheit – doch Nitsche beschönigt nichts. Neben dem Leuchten gibt es immer auch Schattenzonen, Enge und Melancholie. „Freiheit wird nicht behauptet – sie muss erkämpft werden“, beschreibt der Kurator Esteban Velazquez von Wilhelm den zentralen Gedanken hinter den Werken.
Bewusst hält Nitsche seine Formate klein. Das hat Methode: Im kleinen Bild entsteht für ihn ein sogenannter „Brillanteffekt“ – Tiefe, Konzentration, Leuchtkraft. „Ich will, dass man ganz nah rangeht“, sagt der Künstler. Und tatsächlich: Wer sich den Bildern nähert, betritt eine Welt, die sich Schicht für Schicht öffnet – wie ein Kaleidoskop, das sich mit jeder Bewegung neu ordnet.
Die Ausstellung hat auch einen lokalen Bezug: Zwei Gemälde – „Schloss und Dom“ sowie „Kleiner Bischof“ – würdigen Wurzen und seine Geschichte. Sie können als Hommage an die 1065-jährige Ersterwähnung der Stadt verstanden werden. Die Vernissage am 19. September um 11 Uhr wird von Oberbürgermeister Marcel Buchta eröffnet. Domherr Alexander Wieckowski führt in die Thematik ein und erinnert dabei an Martin Luthers Wort: „Wenn du ein Kind siehst, begegnest du Gott auf frischer Tat.“
Die Ausstellung läuft bis zum 7. November. Künstlerführungen finden am 26. September und am 24. Oktober statt, die Finissage am 7. November – jeweils um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei.