Die begann und endet im Kössern, reicht aber weit über die Dorfgrenzen hinaus bis nach Colditz, Rochlitz, Grimma und Altmörbitz am Südrand des Leipziger Landes. Bis Ende September sollen elf Veranstaltungen stattfinden – ohne Eintritt, auf Spendenbasis.
„Wir sind drei Leute aus der Region mit unterschiedlichem beruflichem und Lebenshintergrund, die das vorantreiben. Was uns motiviert, ist der Wunsch, Menschen wieder näher zusammenzuführen“, sagt Mirko Kück. Das schließt Cornelia Simon und Wulf Hoffmann ein. Zu Hause sind alle drei in Kössern, dem idyllisch zwischen der Mulde und dem Thümmlitzwald gelegenen Dorf, bekannt vielen vor allem durch das barocke Jagdhaus und die Veranstaltungen dort. Inzwischen zählt der Verein sieben Aktive, kann auf die Unterstützung zahlreicher Partner zurückgreifen. Zuerst holte man die Liedertour – eine seit drei Jahrzehnten von Leipzig ausgehende Tournee von Musikern und Liedermachern zu besonderen Spielstätten – nach Kössern. „Die Resonanz hat uns bestärkt, das Ganze weiterzuentwickeln. Kino ist da ein perfektes Format, weil niederschwellig“, sagt Kück. Die Premiere fand in kleinem Rahmen vergangenes Jahr im Dorf statt; zudem wurden am Heimatturm im nahen Colditz zwei Filme gezeigt.
Dass die erste vollständige Saison gleich bis nach Mittelsachsen und ins Leipziger Land hineinreicht, habe sich ergeben: „Im Schloss Rochlitz hieß es: Macht das auch bei uns. Und über die Liedertour haben wir Sandy Lehmann aus Bad Lausick kennengelernt.“ Die Unternehmerin stellt das Hofgut in Altmörbitz (Stadt Rochlitz), einen in den vergangenen Jahren denkmalschutzgerecht sanierten Jahrhunderte alten Gasthof samt Gut als Spielstätte zur Verfügung. Eine Leader-Förderung macht diese erste Sommerkino-Open-Air-Saison möglich, die mehr bietet als Filmkultur. Verschränkt werden Kino und Musik, Gespräche und Austausch.
Der Auftakt Anfang August fand mit der deutschen Komödie „Ein Fest fürs Leben“ mit Christoph Maria Herbst in Kössern statt. Ein Höhepunkt soll die Veranstaltung „Expedition Arktis: Ein Abend mit Menschen aus Sachsen vom Eisbrecher ,Polarstern‘“ am 21. August in der Klosterkirche Grimma werden. Gezeigt wird eine Dokumentation. Zu Gast sind Kapitän Stefan Schwarze und Schiffszimmermann Eugen Keller.
Bereits am Vorabend 20. August findet an selber Stelle eine Rock’n’Roll-Movie-Night statt: Nach einem Konzert von Frank Barracuda wird der Film „Elvis“ gezeigt. Sorbische Kultur und Live-Musik stehen am 12. September auf Schloss Colditz auf dem Programm, ein Gespräch mit Regisseurin Grit Lemke inklusive.
Neugierig machen nicht nur auf Filme, sondern auch auf Orte, Themen, Menschen – das sei der Anspruch des Vereins Ortskultur, sagt Mirko Kück. Ein Projekt, das ausdrücklich auf Zuwachs angelegt ist. „Wir laden alle ein zu kommen. Und wenn es auch in anderen Gemeinden Interesse gibt, vielleicht beziehen wir die in die kommenden Planungen mit ein.“
und E. SchulreichWeitere Infos: www.ortskultur.de