Cowboys, Indianer und ein Geheimrezept
Das Deutsche Spielzeugmuseum Mutzschen zeigt die Geschichte der Wild-West-Massefiguren

Das Deutsche Spielzeugmuseum in Mutzschen zeigt derzeit Wild-West-Spielzeugfiguren.Foto. Spielzeugmuseum
Mutzschen. Cowboy und Indianer – wer in den 50er bis 80er Jahren aufgewachsen ist, kennt sie noch gut: die kleinen Spielzeugfiguren, mit denen ganze Generationen von Kindern ihre Abenteuer im Wilden Westen nachspielten. Das Deutsche Spielzeugmuseum in Mutzschen widmet diesen Spielzeugklassikern jetzt eine eigene Sonderausstellung unter dem Titel „Wenn Wild-West-Figuren das Museum erobern“.

Die Geschichte dieser Figuren reicht weit zurück. Bereits 1910 wurden in der Region Sonneberg nachweislich Wild-West-Figuren hergestellt. Damals lösten sie die bis dahin beliebten Militärfiguren ab, die nach dem Krieg aus der Mode gekommen waren. Angetrieben wurde der Boom durch Hollywoodwesternfilme und Autoren wie Karl May – mehr als 80 Prozent der Produktion gingen ins Ausland.

Große Namen der deutschen Spielzeugbranche wie Hauser aus Thüringen und Lineol aus Brandenburg fertigten die Figuren aus einer Mischung aus Kreide, Kaolin und Leim. Auch in Mengersgereuth-Hämmern war die Produktion verbreitet – dort stellten Heimarbeiter die Figuren her, jeder mit seinem eigenen Geheimrezept für besondere Härte und Haltbarkeit. In den 50er Jahren hielt dann ein neues Material Einzug: Weich-PVC, ursprünglich ein Abfallprodukt aus der Puppenköpfe-Herstellung, ersetzte nach und nach die klassische Masse. Auf der Leipziger Herbstmesse 1959 wurden die neuen PVC-Figuren erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Firmen wie Emil Bayer aus Mengersgereuth-Hämmern produzierten damals wunderschöne Indianer-Kanus mit vollständiger Besatzung.

Die Ausstellung ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Übrigens: Am 2. August findet im Spielzeugmuseum in Mutzschen ein Sommerkonzert von Kurts Kombüse statt. Einlass ist ab 18.30 Uhr, Beginn um 19 Uhr.

Anmeldung unter info@spielschiffe.com. Der Eintritt kostet 15 Euro.

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