Deichlücke in Püchauwurde geschlossen
In Machern ist ein wichtiger Meilenstein beim Hochwasserschutz erreicht

Baustelle am neuen Hochwasserschutzdeich in Püchau: Im Hintergrund entsteht in den kommenden Monaten das Schöpfwerk.Foto: Thomas Zechendorf / Landestalsperrenverwaltung Sachsen
Machern. Es war eine Lücke, die seit Jahren Sorgen bereitete: Rund 400 Meter fehlten noch im neuen Hochwasserschutzdeich im Ortsteil Püchau. Jetzt ist dieser Abschnitt endlich geschlossen. Die sächsische Landestalsperrenverwaltung hat damit einen entscheidenden Schritt beim Schutz der Gemeinden Bennewitz und Machern vor Überflutungen durch die Vereinigte Mulde vollzogen.

Der neue Deich zwischen Bennewitz und Püchau ist rund fünf Kilometer lang und wird seit 2017 hinter dem älteren, niedrigeren Altdeich errichtet. Er soll die Ortschaften Grubnitz, Nepperwitz, Dögnitz und Püchau vor einem sogenannten Jahrhunderthochwasser schützen – also vor einem Hochwasserereignis, das statistisch gesehen nur einmal in 100 Jahren auftritt. Das Gesamtprojekt kostet rund 32 Millionen Euro und wird gemeinsam vom Bund über das Nationale Hochwasserschutzprogramm und dem Freistaat Sachsen finanziert .

Dass der Bau länger dauerte als geplant, hat einen ungewöhnlichen Grund: Eine geschützte Eiche, die als Lebensraum des seltenen Heldbockkäfers gilt, musste erhalten bleiben. Das führte zu einer Planänderung im Bereich des geplanten Schöpfwerkes – und damit zu Verzögerungen.

Fertig ist die Baustelle trotz des Lückenschlusses noch nicht. In den kommenden Monaten werden Deichverteidigungswege angelegt, der Deichkörper begrünt und das Schöpfwerk fertiggestellt. Im Herbst 2026 beginnt dann der letzte Bauabschnitt: 300 Meter des alten Deiches sowie vier Siele werden zurückgebaut. Vollständig abgeschlossen sein soll das Großprojekt im Sommer 2027.

Langfristig bringt die Deichrückverlegung noch einen weiteren Vorteil: An der Vereinigten Mulde zwischen Wurzen und Eilenburg entstehen durch die neuen Deichlinien wichtige Retentionsräume – also Flächen, auf denen sich Hochwasser ausbreiten und damit den Druck auf Siedlungen weiter stromabwärts mindern kann. Die Deiche zwischen Grubnitz und Groitzsch sind bereits saniert und bleiben als Teilschutzdeiche bestehen. Auch der Flügeldeich in Kossen ist fertiggestellt.

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